Arzneimittelreport der Barma GEK Weg für Biosimilars ebnen

Von Johanna Dust | 14.06.2016, 21:18 Uhr

Die Barma GEK hat am Dienstag ihren Arzneimittelreport vorgelegt. Sie drängt auf stärkeren Einsatz von Nachahmerprodukten, um Kosten zu sparen.

Das Hepatitis-C-Medikament Harvoni ist eine Revolution, darüber herrscht unter Medizinern große Einigkeit, aber eine Therapie mit dem Mittel kostet schnell 100.000 Euro. Die Aussicht auf Heilung rechtfertigt, dass Krankenkassen so teure Medikamente trotzdem zur Verfügung stellen. Doch Harvoni ist nur ein Beispiel aus der Reihe von Präparaten, die die Ausgaben der Krankenkassen extrem in die Höhe treiben und damit die Stabilität des Gesundheitssystems gefährden.

An der Lebensqualität – oder vielleicht sogar der Rettung von Leben – darf nicht gespart werden. Nicht zu rechtfertigen ist es jedoch, Beitragszahler mit unnötigen Zahlungen zu belasten. Zu hoch sind nach Meinung der Barmer beispielsweise die Ausgaben der Kassen für biologisch hergestellten Arzneimittel. Mit Nachahmerprodukten, sogenannten Biosimilars, könnten der Berechnung nach in den nächsten fünf Jahren vier Milliarden eingespart werden. Doch der Marktanteil der Biosimilars ist noch gering. Besonders unverständlich sind die starken regionalen Unterschiede bei der Verschreibungshäufigkeit. Ärzte besser über die Nachahmerprodukte zu informieren ist längst überfällig und kann nur ein erster Schritt sein. Die Bundesregierung muss weitere Hindernisse für die Hersteller von Biosimilars, wie lange Patentrechte, dringend aus dem Weg räumen.