Appell an Unterhändler Kommunen: Jamaika muss ländliche Räume stärken

Von Beate Tenfelde | 01.11.2017, 15:57 Uhr

Der Deutsche Städte-und Gemeindebund hat die Unterhändler einer Jamaika-Koalition aufgefordert, die Stärkung des ländlichen Raums endlich effektiv zu organisieren.

„Ein eigenes, auf den ländlichen Raum zugeschnittenes Ministerium ist dabei nicht entscheidend und sollte nicht als Alibi dienen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion mit Blick auf Forderungen der CSU. Laut Gemeindebund sind schnelle und gute Ergebnisse wichtig, nicht aber die zukünftige Organisationsform. „Die Potenziale abseits der Ballungsräume zu erkennen und gezielt zu fördern, ist eine klassische Querschnittsaufgabe, die alle Ministerien betrifft“, erklärte Landsberg.

Der Gemeindebund erwarte, dass die kommende Regierung ein gutes Zusammenspiel von städtischen und ländlichen Regionen und damit gleichwertige Lebensverhältnisse herstellt. „Nur dann wird Deutschland vorankommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer. 70 Prozent der Menschen in Deutschland lebten nicht in großen Städten. „Leider hat sich die Politik viel zu lange sehr stark auf die Ballungsräume konzentriert“, kritisierte Landsberg. Damit die Menschen wieder auf das Land ziehen oder dortbleiben, seien vor allem bessere Internetverbindungen, eine leistungsfähige medizinische Versorgung und eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs dringend nötig.Gerd Landsberg