Aids-Konferenz in Melbourne Einseitige Hoffnung im Kampf gegen HIV

Meinung – Maik Nolte | 25.07.2014, 00:23 Uhr

Im australischen Melbourne treten Aids-Forscher und Aktivisten aus aller Welt zusammen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre lässt hoffen - zumindest in medizinischer Hinsicht. Anders sieht es auf der sozialen Ebene aus.

Auf medizinischer Seite gab es im Laufe der Zeit immer wieder Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Aids. Regelmäßig wurden Durchbrüche in der Forschung vermeldet, war die Rede von neuen Therapien und davon, dass Betroffene bei richtiger Medikation ein relativ normales Leben führen könnten.

Gute Nachrichten, zweifellos. Besiegt ist das HI-Virus indes noch längst nicht, auch nicht in den Industrieländern. Tatsächlich meldete das Robert-Koch-Institut erst vor Kurzem eine steigende Zahl von Neuinfektionen in Deutschland. Und in Entwicklungsländern wütet das Virus nach wie vor scheinbar unaufhaltsam.

In Sachen Aids geht es nicht nur um medizinische, sondern auch um finanzielle und soziale Aspekte. Es geht darum, wie weltweit der Zugang zu Medikamenten gewährleistet werden kann. Es geht um Aufklärung und um den gesellschaftlichen Umgang mit Betroffenen. Und da stimmen die Nachrichten nicht eben hoffnungsfroh.

Selbst hierzulande werden trotz zahlreicher Informationsmöglichkeiten HIV-positive Menschen immer noch stigmatisiert, ausgegrenzt, angefeindet. Zwar nicht mehr in dem Maße der 80er-Jahre-Hysterie, aber doch spürbar. Und das vielleicht noch auf Jahrzehnte hinaus, sofern kein Umdenken einsetzt. Das ist aber dringend geboten. Das Aids-Problem lässt sich nicht allein im Labor lösen.