„Keine Millionen für sinnfreie Tests rausballern“ Ärztechef: Geplante Testpflicht für Veranstaltungen wäre aberwitzig

Von Tobias Schmidt | 24.07.2022, 09:00 Uhr 12 Leserkommentare

Kassenärztechef Andreas Gassen hat die von Bund und Ländern geplante neue Corona-Testpflicht für Veranstaltungen scharf kritisiert.

Es seien längst alle Impfwilligen geimpft oder genesen beziehungsweise geimpft und genesen und somit vor schweren Verläufen geschützt. „Wer immungeschwächt oder vorerkrankt ist, dem würde ich vom Besuch eines Rockkonzertes im Stadion abraten. Aber: Eine Testpflicht für alle Veranstaltungen, die Rückkehr zu 1G, das wäre eine aberwitzige Rolle rückwärts“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Interview mit unserer Redaktion.

„Da kann ich nur den Kopf schütteln“

Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen beraten Bund und Länder derzeit über eine Wiedereinführung einer Testpflicht für Veranstaltungen. Gassen verwies auf das 17-Milliarden-Euro-Defizit der Krankenkassen. „Um die gewaltigen Finanzlücken im Gesundheitssystem zu stopfen, sollen die Kassenbeiträge angehoben und Leistungen gekürzt werden, und zugleich wollen Bund und Länder weiter Milliarden Euro für sinnfreie Tests von symptomfreien Menschen rausballern“, sagte der KBV-Chef. „Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.“

12 Kommentare
Volker Blüml
Herr Wenk, Sie wiederholen auch im Link nur eine politische Forderung ohne fachliche Begründung. Die von Ihnen zum "Schutz der Bevölkerung" favorisierte 1G-Regelung kann aber höchstens so gut sein wie die Tests. Und die decken bei asymptomatischen Infektionen einen sehr hohen Anteil (u.U. sogar die Mehrheit!) der Fälle überhaupt gar nicht auf - allgemeinverständlich z.B. hier nachzulesen: https://...