Absturz über Ukraine MH17-Absturz: Buchungsfehler rettete Familie das Leben

Von Helmut Hetzel | 18.07.2014, 18:18 Uhr

Nour Azaani hält ihre drei Monate alte Tochter auf dem Arm. Die Mutter ist sprachlos vor Entsetzen, aber auch vor Glück. Sie steht auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol, als sie erfährt, was mit Flug MH17 der Malaysia Airlines passiert ist. Unbedingt wollte sie mit diesem Flug nach Kuala Lumpur. Doch ein Buchungsfehler kam dazwischen – das rettete der 30-Jährigen und ihrer Familie das Leben.

Nour Azaani wollte mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter den Mittagsflug MH17 nach Kuala Lumpur nehmen, um dort um 6 Uhr anzukommen und den ganzen Tag nutzen zu können. Was sie nicht ahnte: Alle 298 Insassen würden bei dem mutmaßlichen Abschuss der Maschine über der Ostukraine sterben.

Die Familie wollte bereits einchecken, als sich herausstellte, dass ihr Mann Barry für den Abendflug der Malaysia Airlines nach Kuala Lumpur eingebucht worden war statt für den Mittagsflug MH17. „Wir wollten aber unbedingt zusammen fliegen, nicht getrennt. Ich wollte meinen Mann an meiner Seite haben,“ sagt Nour Azaani. „Und ich wollte unbedingt mit Malaysia Airlines fliegen. Wir haben alles versucht, um für Barry noch einen Platz im Mittagsflug MH-017 zu bekommen. Aber das ging nicht mehr. Barry hat dann beschlossen, dass wir gemeinsam den Abendflug nehmen. Das hat uns das Leben gerettet.“

Nour Azaani erzählt weiter: „Meine Schwester hat mich angerufen. Sie war ganz aus dem Häuschen, als sie meine Stimme hörte. Sie sagte: ,Ich dachte, ihr sitzt im Mittagsflug. Ich dachte schon, dass ihr tot seid. Ihr lebt. Wunderbar!‘.“