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07.12.2017, 17:33 Uhr KOMMENTAR

Anerkennung von Jerusalem: Nur ein Strohfeuer?

Kommentar von Stefanie Witte

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Osnabrück. Steht die Region vor einem neuen Krieg oder übertreiben manche Beobachter? Die Bandbreite der Einschätzungen zum Thema Jerusalem ist groß.

Die einen sprechen von einer abstrakten Entscheidung, die keine Ausschreitungen nach sich ziehen dürfte. Immerhin hat sich in Jerusalem erst mal physisch nichts geändert. Die anderen warnen vor jahrelanger Gewalt und tausenden Toten. Immerhin ist das Thema hochemotional und symbolische Handlungen ziehen im Nahen Osten schnell physische Konsequenzen nach sich.

Fakt ist: So abstrakt die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump aus europäischer Sicht klingt – es muss schon etwas Erhebliches passiert sein, wenn sich der türkische Präsident, die deutsche Regierung und der Papst einhellig zu Wort melden und vor den Folgen warnen. Das Wort Intifada steht im Raum. Islamisten in aller Welt haben nun einen weiteren Vorwand, Menschen zu terrorisieren und zu töten. Gleichzeitig rüstet sich die israelische Armee und verlegt Bataillone ins Westjordanland, was die Lage weiter anheizt.

Ob Trumps Entscheidung letztlich ein Strohfeuer oder einen Flächenbrand auslöst, werden erst die Ereignisse der nächsten Tage zeigen. In jedem Fall wird es darauf ankommen, inwieweit die Gewalt nach den heutigen Freitagsgebeten ausartet.


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