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06.12.2017, 18:44 Uhr REFORM DER WÄHRUNGSUNION

Juncker-Plan: Mehr Umverteilung hilft nicht

Kommentar von Manuel Glasfort

Das Schicksal des Euros steht mal wieder im Fokus. Jean-Claude Juncker will die Währungsunion reformieren. Foto: dpaDas Schicksal des Euros steht mal wieder im Fokus. Jean-Claude Juncker will die Währungsunion reformieren. Foto: dpa

Osnabrück. Jean-Claude Junckers Reformpläne für die Euro-Zone sind unausgegoren und nicht dazu angetan, die Probleme der Währungsunion dauerhaft zu lösen. Berlin sollte da nicht mitmachen.

Aus Sicht des EU-Kommissionspräsidenten bietet sich nach den Wahlen in Frankreich und Deutschland eine Gelegenheit, der Eurozone einen eigenen Finanzminister, ein Budget und einen Europäischen Währungsfonds zu verordnen und so die Währungsunion „zu vollenden“. Das ist Quatsch. Es lohnt sich, genau hinzusehen: Der neue Währungsfonds etwa soll Kredite von bis zu 500 Milliarden Euro an strauchelnde Staaten und Banken vergeben können, notfalls mit Mehrheitsbeschluss. Das Prinzip: Drei einigen sich, dass der Vierte zahlt. Ebenso wie beim geplanten Euro-Etat liefe es also auf mehr Umverteilung zwischen den Euroländern hinaus. Dabei lautete deren Abmachung einst: Wir nutzen alle dieselbe Währung, aber jeder begleicht seine Rechnungen selbst. Risiko und Haftung gehören zusammen. Leider ist davon nicht viel übrig.

Ohnehin würden Junckers Ideen nichts am Grundproblem der Eurozone ändern: die Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit können nicht durch Wechselkurse ausgeglichen werden. Ein großes Versäumnis der Euro-Gründer bestand darin, Pleiten und Austritte nicht geregelt zu haben. Hier wäre Junckers Arbeitseifer gefragt.


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