Kommentar Schwach im Lesen: Es fängt mit der Gutenachtgeschichte an

Von Stefanie Witte

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Osnabrück. Immerhin: Schönreden will dieses Ergebnis niemand. Die deutschen Grundschüler, so zeigt die aktuelle Iglu-Studie, haben sich im Vergleich zu 2001 weder verschlechtert, noch verbessert. Sie rutschen aber im Vergleich zu anderen Ländern ab und landen nur noch im Mittelfeld.

Das ist alarmierend. In einer hochtechnisierten Gesellschaft gehören Lesen und Schreiben zum Bildungsfundament. Und was ein Grundschüler nicht lernt, ist einem Auszubildenden kaum noch zu vermitteln. Die Sprache ist der Schlüssel zum Wissen, das die Schule vermittelt. Fehlt jener, ist der Abschluss am Ende unerreichbar.

Laut der Studie verfügt fast jeder fünfte Grundschüler nur über rudimentäre Lesefähigkeit. Mit diesen Schülern können Betriebe am Ende nicht arbeiten. Bewerber fallen etwa bei der Polizei reihenweise durch den Deutschtest. Und wer nicht einmal Sicherheitsregeln lesen und begreifen kann, hat in handwerklich geprägten Berufen keine Chance.

Und so ist es an Bildungspolitikern, diese Ergebnisse nicht nur zu kritisieren und Besserung zu geloben, sondern konkrete Konzepte vorzulegen. In erster Linie sind aber die Eltern gefragt. Begeisterung für spannende Geschichten, Wissen und die Sprache wird nämlich nicht auf der Schulbank geweckt, sondern abends am Kinderbett mit einer vorgelesenen Gutenachtgeschichte.