Ein Bild von Marion Trimborn
05.12.2017, 18:28 Uhr RAZZIEN GEGEN G20-GEGNER

G20-Krawalle und kein Ende

Kommentar von Marion Trimborn

Nach den Krawallen beim G20-Gipfel gab es nun bundesweite Razzien. Foto: dpaNach den Krawallen beim G20-Gipfel gab es nun bundesweite Razzien. Foto: dpa

Osnabrück. Noch lange dürften die Krawalle beim G20-Gipfel in Hamburg die Polizei und Justiz beschäftigen. Es gibt eine ganze Reihe von Pannen - das gibt zu denken. Ein Kommentar

Man kann sich nur wundern. Fünf Monate sind die Krawalle der linksautonomen Szene beim G20-Gipfel her - und immer noch ist Vieles nicht aufgeklärt. Sowohl die Polizei als auch die Justiz tun sich schwer. Erst konnten die Beamten trotz Großaufgebots die Gewalt nicht verhindern. Jetzt kommt die juristische Aufarbeitung nur schleppend voran. Obwohl 3000 Ermittlungsverfahren anstehen, wurden bisher nur 24 Urteile gefällt. Auch, weil Beweise fehlen.

Deshalb nun also bundesweite Razzien. Aber wer glaubt denn ernsthaft, dass Autonome vom Schwarzen Block so dumm sind, belastende Fotos, Mails oder SMS auf ihren Handys oder Computern monatelang herumliegen zu lassen? Das alles wird längst verschwunden sein.

Immerhin haben die wenigen, aber harten Urteile mit Haftstrafen abschreckende Wirkung. Die Botschaft lautet: Steine und Flaschen auf Polizisten zu werfen, ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Angriff auf das Leben. Seit dem Gipfel ist klar, dass viele Linksautonome gut organisiert und bundesweit vernetzt sind und einen gewalttätigen Mob bilden.

Dass die Razzien zumindest in Berlin vorher bekannt wurden, lässt tief blicken. Es waren Berliner G20-Polizisten, die vom Gipfel nach Hause geschickt wurden, weil sie mit Sex- und Alkoholeskapaden auffielen. Es ist Berlin, wo jüngst aus der Polizeiakademie Berichte über Hass, Gewalt und Unterwanderung krimineller Clans bekannt wurden. Das ist eine ganze Reihe von Pannen - da muss sich grundsätzlich etwas ändern.


Der Artikel zum Kommentar