Uni Osnabrück Imam-Ausbildung: Grüne kritisieren niedersächsische Regierung

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In Osnabrück sollen künftig Imame ausgebildet werden. Foto: dpaIn Osnabrück sollen künftig Imame ausgebildet werden. Foto: dpa

Osnabrück. Die Grünen üben scharfe Kritik an den Plänen der neuen Landesregierung, die in Osnabrück künftig Imame ausbilden will.

Die wissenschafts- und religionspolitische Sprecherin der Grünen im niedersächsischen Landtag, Eva Viehoff, sagte unserer Redaktion, eine Imam-Ausbildung in Niedersachsen sei sicher wünschenswert. „Es ist jedoch völlig unverständlich, dass die neue Landesregierung dies ohne Rücksprache mit der betroffenen Universität und ohne Einbindung der islamischen Gemeinschaften, plant. Ein Dialog mit allen Betroffenen ist meiner Ansicht nach dringend erforderlich.“ Darüber hinaus seien rechtssichere Grundlagen wie etwa ein Vertrag mit den Islamverbänden notwendig.

Wer stellt die Imame ein?

Viehoff schloss: „Unter Berücksichtigung der politischen Situation in der Türkei sind hier Schnellschüsse wenig hilfreich.“ Die Grünen stellen nun eine Kleine Anfrage an die Landesregierung, die unserer Redaktion vorliegt. Darin geht es um die Frage, welche Institution die Ausbildung durchführen soll, inwieweit die Dachverbände eingebunden werden und wer die Absolventen einstellen und finanzieren soll. Vor den Verhandlungen über den Koalitionsvertrag hatten die Koalitionäre offenbar weder die Osnabrücker Uni noch die Verbände einbezogen. Institutsleiter Bülent Ucar hatte Mitte November im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt, eine Ausbildung könne die Uni nicht alleine leisten. Es brauche analog zur Priesterausbildung so etwas wie ein Imamseminar.

Uni: Nicht unser Verantwortungsbereich

Später hatte die Vizepräsidentin der Hochschule, Martina Blasberg-Kuhnke, präzisiert, dass die Ausbildung von Imamen nicht im Verantwortungsbereich der Uni liege. Imame könnten in Osnabrück zwar Theologie studieren. Die anschließende Ausbildung sei aber Sache der Religionsgemeinschaften.


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