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Tornado hinterlässt Spur der Verwüstung im Emsland

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Ein mächtiger Akazienbaum stürzte in Meppen-Versen auf diesen Linienbus. Foto: Anna SolbachEin mächtiger Akazienbaum stürzte in Meppen-Versen auf diesen Linienbus. Foto: Anna Solbach

ma Meppen. Es war eine der größten Unwetterkatastrophen im Emsland: Eine Windhose zog gestern über den Landkreis hinweg und hinterließ eine 100 Kilometer lange Spur der Verwüstung.

Die geschätzten Schäden dürften auf jeden Fall im zweitstelligen Millionenbereich liegen. So wurde in Meppen das komplette Dach eines Supermarktes von der Windhose abgehoben. Mehrere Emsländer mussten mit Verletzungen und Schockzuständen in Krankenhäusern behandelt werden. In Nordhorn forderte die Windhose sogar ein Todesopfer. Eine Frau wurde in der Nähe des Tierparks von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Bei der Rettungsleitstelle des Landkreises Emsland in Meppen gingen binnen vier Stunden rund 900 Anrufe ein. Die Rettungskräfte mussten über 400 Einsätze fahren. Wie die Sprecherin des Landkreises auf Anfrage mitteilte, rückten 44 der insgesamt 54 Freiwilligen Feuerwehren im Emsland aus. Zudem waren Polizei und Rettungsdienst sowie die Helfer des Technischen Hilfswerkes und vieler Bauhöfe im Dauereinsatz.

Außer diversen umgestürzten Bäumen und abgedeckten Dächern wurden auch zahlreiche Strom- und Gasleitungen beschädigt. Auch die Bahnstrecke Norddeich–Münster war unterbrochen. Selbst auf vielen Bundesstraßen brach der Verkehr für mehrere Stunden komplett zusammen. Diverse Strom- und Telefonverbindungen versagten für mehrere Stunden ihren Dienst.

Großes Glück im Unglück hatte Busfahrerin Marica Eling. Sie war mit ihrem Linienbus und drei Fahrgästen von Haren nach Meppen unterwegs, als gleich zwei dicke Akazienbäume seitlich auf den Bus stürzten. Alle Insassen kamen mit dem Schrecken davon.

Zu einem außergewöhnlichen Einsatz wurde auch die Feuerwehr Haselünne gerufen. Sie musste eine Gruppe niederländischer Pfadfinder retten, die mit einem selbst gebauten Floß auf der Hase bei Haselünne unterwegs waren. Die 24 Kinder wurden in wärmende Decken und Jacken gehüllt und mit Bussen in Sicherheit gebracht. In Lorup brannte ein Putenstall nieder.

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