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04.12.2017, 19:13 Uhr KOMMENTAR

Suche nach dem DHL-Erpresser: Boombranche unter Druck

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Eine DHL-Paketstation in Potsdam: Hier ist die Paketbombe, die am Freitag in einer Apotheke in Potsdam entdeckt wurde, aufgegeben worden. Eine 50-köpfige Sonderkommission fahndet nach dem Erpresser. Foto: dpaEine DHL-Paketstation in Potsdam: Hier ist die Paketbombe, die am Freitag in einer Apotheke in Potsdam entdeckt wurde, aufgegeben worden. Eine 50-köpfige Sonderkommission fahndet nach dem Erpresser. Foto: dpa

Osnabrück. Die Zahl ist gigantisch: Rund acht Millionen Pakete werden in Deutschland pro Tag verschickt. Allein aufgrund der Masse ist es unmöglich, jedes Paket aufwendig zu kontrollieren. Dennoch mehren sich nach den Erpressungsversuchen gegen den Branchenriesen DHL die Stimmen, die eben dies fordern.

Doch so verständlich die Sorge, so unredlich ist es, Fragen der Sicherheit auf die Versandbranche abzuwälzen. Überhaupt besteht für Panik kein Grund. Wer mit wachem Blick durch den Alltag geht, kann selbst viel für seine Sicherheit tun. Und im Zweifel den Notruf verständigen. Es gilt, Ruhe zu bewahren und die Sonderkommission ihre Arbeit machen zu lassen, auf dass der Erpresser schnell gefasst wird.

Zugleich eröffnet der Fall einen kritischen Blick auf die Versandbranche. Sie boomt wie nie zuvor, es fehlt an Fahrern und Zustellern. Die Folge: Pakete kommen später, beschädigt oder auch mal gar nicht an, was die Kunden auf die Palme bringt – zu Recht.

Was also ist zu tun? Um die Lücken zu schließen, müssen Arbeitsbedingungen und Bezahlung besser werden. Zugleich ist es notwendig, unlautere Subsub-Unternehmen, die Arbeitsschutz- und Lohnvorgaben ignorieren, zu stoppen.

Die Kunden indes sollten sich damit arrangieren, dass der komfortable Lieferservice teurer wird – eine Quittung für den ach so bequemen Online-Einkauf.

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