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04.12.2017, 18:15 Uhr GESPRÄCHE MIT DER UNION

Die SPD und die Groko: Ein großer K(r)ampf

Kommentar von Uwe Westdörp

Pareichef unter Druck: Martin Schulz im Willy-Brandt-Haus in Berlin.Pareichef unter Druck: Martin Schulz im Willy-Brandt-Haus in Berlin.

Osnabrück. Rolle rückwärts zum Wohl des Landes: Die SPD-Führung unter Martin Schulz wirbt jetzt für Gespräche mit der Union. Aber reicht ein dicker Wunschzettel von Schulz & Co. aus, um die GroKo-müde Partei zu überzeugen?

Was für ein Krampf: Eben noch wollte die SPD-Führung von einer Fortsetzung der Großen Koalition partout nichts wissen. Jetzt lässt die SPD sich doch wieder in die Pflicht nehmen. Wortreich erklärt der Vorstand, warum er für neue Gespräche mit der Union plädiert.

Es ist das Eingeständnis eines taktischen Fehlers, einer leichtfertigen Eselei. Denn wenn man es nicht ernst meint mit seinen Beschlüssen, dann sollte man besser schweigen. Alles andere kostet Vertrauen. Mag sein, dass CDU-Chefin Angela Merkel deutlich an Unterstützung und Einfluss eingebüßt hat – für die Zickzack fahrenden Genossen gilt dies allemal.

Auch der weitere Weg wird steinig sein. Zwar soll ergebnisoffen mit der Union gesprochen werden. Doch ist klar: Neuwahlen stellen ein enormes Risiko für die schwankende SPD dar und könnten die AfD noch stärker machen. Auch die Tolerierung einer Minderheitsregierung ist aus SPD-Sicht unattraktiv, da die Union dann alle Ministerämter besetzen würde und die Genossen nur als kleine Mehrheitsbeschaffer wahrgenommen würden.

Was bleibt, ist die Neuauflage der unbeliebten Großen Koalition, in der die Sozialdemokraten massiv an Stimmen verloren haben. Soll sich dieses Risiko lohnen, muss die SPD in einem großen Kampf ein Maximum an Zielen durchsetzen. Ansonsten lässt sie es besser.