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03.12.2017, 18:08 Uhr KOMMENTAR

AfD-Parteitag: Das Vakuum und der rechte Flügel

Kommentar von Stefanie Witte

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Hannover. Auf den ersten Blick scheint der AfD-Parteitag nicht viel verändert zu haben. Jörg Meuthen steht weiter an der Spitze der Rechten. An seine Seite haben die Delegierten das charismatische Zentrum der Partei gewählt: Alexander Gauland. Dennoch ist die Lage verfahren wie nie.

Klar ist: Gegen den rechten Flügel der Partei lässt sich keine Politik machen, und – das hat das Wochenende gezeigt – auch kein Vorstand aufstellen. Denn hinter allen Winkelzügen, Absprachen und Kungeleien stand stets der Gedanke an ein Parteimitglied, das sich offensiv im Hintergrund hielt und dort in alle Mikrofone sprach: Björn Höcke. Der thüringische Landeschef, gegen den ein Ausschlussverfahren läuft, hatte sich zwar nicht zur Wahl gestellt. De facto sitzen auf den beiden Spitzenposten der Partei nun jedoch zwei Mitglieder, die als Unterstützer des Rechtspopulisten gelten.

Der eine ist 76 Jahre alt und lässt wissen, dass er auf die zusätzliche Arbeit keine Lust habe. Der andere will sich künftig seiner Arbeit im EU-Parlament, weit weg in Brüssel, widmen.

Dieses Vakuum wird der rechte Flügel früher oder später zu füllen wissen. Wäre Höcke am Wochenende angetreten, hätte er die Delegierten wohl nicht lange bitten müssen. So ist die inhaltliche Richtungswahl vorerst aufgeschoben. Wohin die Reise geht, ist aber jetzt schon klar: nach rechts.


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