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27.11.2017, 17:40 Uhr zuletzt aktualisiert vor GRIECHENLAND-RETTUNG

Schuldenkrise: Das griechische Abenteuer geht weiter

Kommentar von Marion Trimborn

Griechenland überrascht mit guten Nachrichten. Die Hilfsgelder aus dem dritten Paket werden wohl nicht ganz gebraucht. Foto: dpaGriechenland überrascht mit guten Nachrichten. Die Hilfsgelder aus dem dritten Paket werden wohl nicht ganz gebraucht. Foto: dpa

Osnabrück. Dem griechischen Staatshaushalt geht es besser als erwartet. Das gibt Hoffnung - allerdings ist das Land noch lange nicht über den Berg. Denn es gibt zu viele Risiken. Ein Kommentar

Alles gut in Griechenland? Schön wär’s. Nur wegen ein paar guter Nachrichten ist das chronisch verschuldete Land noch lange nicht über den Berg. Es gibt Zeichen der Hoffnung, und das ist schon viel - aber vorerst nur auf dem Papier. Während Griechenland lange als Fass ohne Boden alt und der Rettungseinsatz nun schon fast acht Jahre dauert, benötigt das Land jetzt wohl deutlich weniger Hilfsmilliarden als angenommen. Denn die Wirtschaft läuft auch dank des starken Tourismus gut, bei den Banken waren nicht ganz so viele Löcher zu stopfen wie gedacht und die Investoren kommen wieder ins Land.

Doch es gibt nach wie vor viele Risiken. Wer sagt denn, dass die Konjunktur weiter so gut läuft? Mit der Einführung einer Schlafsteuer legt Athen Hand an seine wichtigste Einnahmequelle, den Tourismus. Nach wie vor ist die Steuermoral in Griechenland nur mäßig ausgeprägt. Und nach wie vor ist der Schuldenberg gigantisch. Ohne Schuldenerleichterungen der Geldgeber wie längere Rückzahlungsfristen für Darlehen oder niedrigere Zinsen wird Athen es nicht schaffen, seine Schulden zu reduzieren. Zudem ist noch immer mehr als jeder fünfte Grieche ohne Arbeit, viele Sozialausgaben fielen dem Rotstift zum Opfer und die Armut wächst. Ob Athen wirklich bald wieder finanziell auf eigenen Füßen stehen kann, ist völlig offen.


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