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21.11.2017, 19:06 Uhr zuletzt aktualisiert vor NEUE HOFFNUNG: DEM FRIEDEN EINEN SCHRITT NÄHER

Bürgerkrieg in Syrien

Kommentar von Marion Trimborn

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat im russischen Badeort Sotschi überraschend den russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Foto: dpaSyriens Präsident Baschar al-Assad hat im russischen Badeort Sotschi überraschend den russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Foto: dpa

Osnabrück. Russlands Präsident Wladimir Putin unterstützt nach wie vor Syriens Diktator Baschar al-Assad. Die beiden Männer haben es in der Hand, dass das Morden aufhört. Der Westen sollte dies nutzen. Ein Kommentar

Der Westen ist irritiert. Da treffen sich Russlands Präsident Putin, der in Syrien ein gefährliches Spiel treibt, und der syrische Diktator Assad, der die Verantwortung für Giftgasanschläge auf die Zivilbevölkerung trägt. Nichtsdestotrotz ist das erste Treffen der beiden seit zwei Jahren und der Sieg über die Terrormiliz IS in Syrien und im Irak ein Hoffnungsschimmer für die Menschen in Al-Rakka, Kirkuk und anderswo.

Nach fast sieben Jahren Bürgerkrieg und einer halben Million Toten eröffnet sich eine echte Chance, dass das Morden in Syrien ein Ende haben könnte. Russland, das an der Seite Assads kämpft, hat es durch sein militärisches Eingreifen geschafft, in Syrien die Terrormiliz IS entscheidend zurückzudrängen - ein Sieg, der den zögerlichen Amerikanern nicht gelang.

Die USA haben sich unter Ex-Präsident Barack Obama schuldig gemacht, weil auf seine Drohung, der Einsatz von Giftgas sei eine rote Linie, nichts folgte. Der Westen sollte nun nicht den Fehler machen und offen auf Konfrontation mit Russland gehen, nur weil es auf der Seite Assads kämpft. Putins Russland darf nicht länger Feind sein, sondern muss als Verhandlungspartner gelten. Denn ohne Russland ist keine Lösung möglich. Bislang gab es sieben Anläufe zur Beilegung des Bürgerkriegs am Genfer Verhandlungstisch, keiner hatte Erfolg. Wenn im November die Friedensgespräche wieder aufgenommen werden, könnte sich das vielleicht ändern.