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Thema auch bei der EU Der Wolf im Visier - Niedersachsen will Bejagung ermöglichen

Von Markus Pöhlking

Die Politik entdeckt den Wolf als großes Thema.  Foto: Alexander Heinl/dpaDie Politik entdeckt den Wolf als großes Thema. Foto: Alexander Heinl/dpa

Osnabrück. Die Politik nimmt den Wolf ins Visier: Im am Donnerstag gefassten Koalitionsvertrag schafft die neue niedersächsische Landesregierung Grundlagen, um das Tier ins Jagdrecht aufzunehmen. Am Freitag war das Tier Thema der Bundesumweltministerkonferenz und im EU-Parlament.

Die künftige niedersächsische Landesregierung aus SPD und CDU hat in ihrem Koalitionsvertrag eine „Weiterentwicklung des Wolfsmanagements“festgehalten und möchte Entschädigungsleistungen für Nutztierhalter leichter zugänglich machen. Zudem soll eine Rechtsgrundlage geschaffen werden, welche die „letale Entnahme“ verhaltensauffälliger Wölfe ermöglicht.

(Weiterlesen: Fragen und Antworten zum Wolf in Deutschland)

Der Koalitionsvertrag verortet die Reproduktionsrate der Wölfe in Niedersachsen bei 30 Prozent und vermutet deswegen einen „günstigem Erhaltungszustand.“ Bestätigt sich diese Vermutung, würden etwaige Schutzmaßnahmen für den Wolf wegfallen und seine Bejagung möglich.

Umweltministerkonferenz zurückhaltend

Zurückhaltender äußerte sich gestern die Bundesumweltministerkonferenz, die in Potsdam tagte und dem Wolf einen Tagesordnungspunkt einräumte. Grundsätzlich erkannten die Minister an, dass Weidehaltung in Deutschland aus „ökologischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Gründen und zum Erhalt der Artenvielfalt“ geschützt werden müsse.

Konkrete Maßnahmen gegen den Wolf als potenziellen Gefährder der Weidehaltung sprach die Konferenz aber nicht aus. Man wolle einheitliche Maßnahmen gegen problematische Tiere entwickeln und Konzepte etwa zur Vereinbarkeit von Wolfspopulationen und Nutztierhaltung entwickeln. Zudem forderten die Minister, der Bund solle mehr Gelder für Schadensprävention zur Verfügung stellen.

Flexiblere EU-Politik

Auf der Sitzung des EU-Parlamentes in Straßburg forderten zudem gestern Abgeordnete, die Europäische Kommission möge den Status des Wolfes als schützenswerte Art überprüfen, er solle für manche Regionen außer Kraft gesetzt werden. Das europäische Umweltrecht etwa müsse flexibler werden, eine ungehinderte Ausbreitung des Wolfes passe nicht in dicht besiedelte Regionen.