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09.11.2017, 18:29 Uhr zuletzt aktualisiert vor MUTTERKONZERN PSA SANIERT OPEL

Der Rettungsplan für Opel birgt Risiken

Kommentar von Marion Trimborn

Opel - eine Marke mit wechselvoller Geschichte. Nun soll ein neuer Sanierungsplan den Autobauer retten. Foto: dpaOpel - eine Marke mit wechselvoller Geschichte. Nun soll ein neuer Sanierungsplan den Autobauer retten. Foto: dpa

Osnabrück. Kein Stellenabbau, dafür mehr Elektromodelle und knallharte Kostensenkung. Der neue Besitzer PSA saniert Opel. Das ist nicht risikoreich.

„Opel – in Blech gepresste Langeweile aus Rüsselsheim.“ So hieß es in den 80er Jahren, zu Zeiten von Opel Omega und Opel Vectra. Modelle, die „Weltautos“ sein sollten, die aber wegen ihres langweiligen Designs und biederer Technik kaum jemand haben wollte. Schuld war das Sparkdiktat des Mutterkonzerns General Motors, das dafür sorgte, dass Opel mehr und mehr unter die Räder kam. Der frühere Glanz des Autobauers, der seit den 50er Jahren in der automobilen Luxusklasse mit Prestigemodellen wie Kapitän, Admiral oder Diplomat lange erfolgreich war, schwand. Die Qualität ging dahin - und die Gewinne auch. Seit 18 Jahren schreibt Opel nun schon rote Zahlen, ein Sanierungsplan jagt den nächsten, 30 000 Jobs verschwanden. So bitter es auch ist: Ohne die neue Mutter PSA stünde Opel vor dem Ende.

Nun gibt es wieder Hoffnung - auch wenn der neue Kurs riskant ist. Knallhart müssen die Kosten runter. Ob das wirklich ganz ohne Stellenabbau geht, ist fraglich. Auch die Strategie, Opel zur E-Auto-Marke zu machen, birgt Gefahren. Denn Elektroautos sind teurer als Modelle mit Verbrennungsmotor und gerade Opel-Kunden schauen ganz genau aufs Geld. Dass Opel Autos auch außerhalb Europas verkaufen soll, ist ein gutes Zeichen, allerdings sind die Weltmärkte weitgehend verteilt. Immerhin stimmt das Ziel: Der Preisverfall bei Marke und Qualität muss aufhören. Dann könnte der Slogan „Opel der Zuverlässige“ eines Tages wieder stimmen.


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