Zahlen des Bundeskriminalamts Jeden Tag ein Anschlag auf Asylbewerberheime

Von Marion Trimborn

Ein Hakenkreuz ist 2014 an einer Hauswand in Vorra (Bayern) zu sehen. Foto: Daniel Karmann/dpaEin Hakenkreuz ist 2014 an einer Hauswand in Vorra (Bayern) zu sehen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Osnabrück. Seit der Flüchtlingskrise 2015 sind die Zahlen der Asylbewerber rückläufig. Das Thema ist seltener in den Schlagzeilen - und auch die Anschläge auf Flüchtlingsheime werden weniger. Dennoch gibt es keinen Anlass für Entwarnung. Nach wie vor gibt es fast jeden Tag noch eine Straftat auf ein Asylbewerberheim.

In den ersten neun Monaten wurden 211 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Das geht aus Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Seit Januar blieben die Zahlen weitgehend konstant und lagen pro Quartal bei rund 70. Die meisten Straftaten haben einen rechtsradikalen Hintergrund. In diesem Jahr wurden bereits mehr Attacken gezählt als vor der Flüchtlingskrise 2014, als im Gesamtjahr nur 199 waren.

Trend zeigt deutlich nach unten

Allerdings ist der Trend gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig. In den ersten neun Monaten 2016 hatte es mit 866 Anschlägen noch mehr als vier Mal so viele Attacken gegeben wie im Vergleichszeitraum in diesem Jahr.

Der traurige Höhepunkt lag im Jahr 2015. Nach dem Zuzug von fast einer Million Flüchtlinge waren damals in Deutschland fremdenfeindliche Anschläge und Überfälle auf Flüchtlingsunterkünfte drastisch gestiegen. Im Jahr 2015 wurden 1 031 Anschläge gezählt, 2016 waren es knapp 1000. Darunter fallen etwa Überfälle, Sprengstoffanschläge und Brandstiftung.

Von Sachbeschädigung bis Sprengstoffexplosion

Seit Jahresbeginn (Stand 23. Oktober) registrierte das Bundeskriminalamt bundesweit 226 Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Mindestens 213 dieser Übergriffe hatten laut BKA einen rechtsradikalen Hintergrund, bei einigen weiteren Taten wird das vermutet. Bei den meisten Taten handelte es sich um Sachbeschädigung (74) , Schmierereien und Propaganda (71) sowie Überfälle und Gewaltdelikte (32). Es waren aber auch 12 Brandstiftungen und zwei Sprengstoffexplosionen darunter.