Ein Bild von Marion Trimborn
01.11.2017, 17:14 Uhr zuletzt aktualisiert vor ATTENTAT IN NEW YORK

Terrorismus: Die Denkfehler des Donald Trump

Kommentar von Marion Trimborn

US-Präsident Donald Trump will nach der Terrorattacke in New York mit acht Toten die „Green-Card-Lotterie“ abschaffen. Foto: dpaUS-Präsident Donald Trump will nach der Terrorattacke in New York mit acht Toten die „Green-Card-Lotterie“ abschaffen. Foto: dpa

Osnabrück. Nach dem Attentat in New York mit acht Toten will US-Präsident Donald Trump hart durchgreifen. Er will das Visa-Verfahren ändern, weil der Täter vor sieben Jahren aus Usbekistan in die USA kam. Platter geht es kaum. Ein Kommentar.

Es ist doch ganz einfach: Der Terrorist von New York kam per Green-Card-Lotterie ins Land. Also schafft man diese Verlosung von Visa ab, schon können keine Terroristen mehr in die USA einreisen. Platter geht es nicht. Dass US-Präsident Donald Trump seinen Bürgern diese Gleichung ernsthaft verkaufen will, macht sprachlos. Wenn es hart auf hart kommt, bedient Trump seine nationalistische Basis - purer Aktionismus ohne Sinn und Verstand.

Was Trump vergisst: Wie so viele andere Gotteskrieger und islamistische Attentäter hat sich auch der Mann aus Usbekistan in den USA radikalisiert, wo er schon seit sieben Jahren lebt. In seinem Weltbild des „America first“ hält Trump alles von außen für schlecht. Schon sein Einreiseverbot für Muslime aus sechs Ländern wurde von den Gerichten einkassiert.

Natürlich könnten vermehrt IS-Kämpfer nach den militärischen Niederlagen im Nahen Osten nun in den Westen kommen. Aber was ist mit Leuten, die trotz strengster Kontrollen mit falschen Identitäten einreisen? Oder die illegal in die USA kommen? Und inwiefern hilft die Lotterie-Abschaffung gegen nicht-islamistisch motivierte Attentäter wie den Todesschützen Paddock aus Las Vegas?

Trump sollte zur Abwechslung mal vernünftige Gegenmaßnahmen ergreifen. Zum Beispiel mehr Gelder für den Anti-Terror-Kampf ausgeben - die hat er im jüngsten Haushalt nämlich gekürzt.

Lesen Sie über Trumps Russland-Affäre


Der Artikel zum Kommentar