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31.10.2017, 17:47 Uhr zuletzt aktualisiert vor KREML-KONTAKTE

Trump und die Russland-Affäre: Der Tolpatsch

Kommentar von Marion Trimborn

US-Präsident Donald Trump (Mitte) sorgt sich um die Russland-Affäre. Foto: dpaUS-Präsident Donald Trump (Mitte) sorgt sich um die Russland-Affäre. Foto: dpa

Osnbrück. Schlechte Nachrichten für Donald Trump: Der US-Präsident muss zusehen, wie Sonderermittler Robert Mueller seine engsten Wahlkampfhelfer wegen der Russland-Affäre ins Visier nimmt. Pech für Trump, dass er sich selbst der schlimmste Feind ist. Ein Kommentar

Am liebsten mimt Donald Trump den Verschwörungstheoretiker. Da nennt der US-Präsident neue Vorwürfe in der Russland-Affäre über Absprachen mit Moskau Fake News. Läuft da wirklich eine Hexenjagd gegen einen lediglich ungeschickt agierenden Trump oder ist er nur Präsident, weil Moskau nachgeholfen hat?

Trotz öffentlicher Hysterie und Russland-Hass in den USA sollte man mal bei den Fakten bleiben - und die sind dünn. Bekannt ist, dass enge Trump-Mitarbeiter im Wahlkampf zweifelhafte Kontakt zu Kreml-nahen Russen hatten. Ob sie wirklich schmutzige Details über die Konkurrentin Hillary Clinton in die Hände bekamen, ist offen, echte Beweise fehlen. Die Clinton-Anhänger taten übrigens das Gleiche. Das heißt: Geheime Absprachen mit einer feindlichen Macht sind Trump nicht nachzuweisen.

Haarsträubend ist, wie tolpatschig Trump in dieser Affäre agiert. Den FBI-Chef James Comey zu feuern, war dumm genug und brachte ihm den Vorwurf des Amtsmissbrauchs ein. Sein Hang, hartnäckig an offenkundigen Lügen festzuhalten, schadet ihm sehr.

Im Wahlkampf bemühte Trump sich um ein besseres Verhältnis zu Russland, der anderen Welt-Supermacht - daran ist nichts Verwerfliches. Sein Fehler war, nicht dazu zu stehen und an diesem Kurs nicht festzuhalten. Politisch kann die Sache für den Präsidenten immer noch glimpflich ausgehen - doch seine Glaubwürdigkeit ist ramponiert.


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