Buch über die „Schattenjahre“ Lindner: Die FDP hat sich verändert - auch ich

Christian Lindner, FDP Chef, bei der Buchvorstellung „Schattenjahre. Die Rückkehr des politischen Liberalismus“ ,erschienen im Klett- Cotta Verlag.Foto:imago/MauersbergerChristian Lindner, FDP Chef, bei der Buchvorstellung „Schattenjahre. Die Rückkehr des politischen Liberalismus“ ,erschienen im Klett- Cotta Verlag.Foto:imago/Mauersberger

Berlin. So etwas nennt man Punktlandung. FDP-Chef Christian Lindner erzählt von Absturz und Neubeginn der Liberalen in den Jahren 2013 bis 2017 – und dies genau zu dem Zeitpunkt, zu dem die Freidemokraten wieder ein Machtfaktor sind.

„Schattenjahre“ nennt Lindner sein autobiografisches Buch, in der er den Prozess des FDP-Neuaufbaus beschreibt. Dies sagt der 38-Jährige vorweg: Voyeure, die sich Schlüssellocherlebnisse versprächen, würden enttäuscht. Die vier Jahre außerhalb des Bundestages hätten die FDP und ihn persönlich verändert: „Die Partei und ich in ihr.“ Er selbst sei „noch weiter erwachsen“ geworden, habe sich eine „Geländegängigkeit“ zugelegt. „Fehler sind ganz menschlich. Perfektion wäre übermenschlich“, weiß Lindner. Für ihn gelte: Er wolle jeden Fehler nur einmal machen.

Tatsächlich rücken bei der Buchvorstellung die „Lichtjahre“, vor denen sich die Liberalen sehen, in den Mittelpunkt . Vor allem diese Frage bewegt: Wird es eine Jamaika-Koalition geben? Nach der ersten Sondierungsrunde mit der Union zeigt sich Lindner zurückhaltend. „Ob wir zu Koalitionsverhandlungen kommen, ist ja völlig offen“. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 50 Prozent, Wichtig seien möglichst genaue Absprachen. „Je widersprüchlicher Programme und Wähleraufträge von Parteien sein könnten, desto konkreter sollte die Verabredung zu Beginn einer gemeinsamen Reise sein, damit man auch den gemeinsamen Zielort erreicht und nicht ganz woanders rauskommt“, sagt er.

Ein möglicher Koalitionsvertrag müsse wasserdicht sein. „Prüfaufträge sind aus den Augen, aus dem Sinn“, sagte Lindner. 2009 hatte die FDP schlechte Erfahrungen damit gemacht, in der Koalitionsvereinbarung mit der Union vieles nicht verbindlich genug vereinbart zu haben, wie etwa Steuersenkungen. 2013 flogen die Liberalen dann aus dem Bundestag. Aber das ist Teil der „Schattenjahre“.


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