Hochburg der Rechtspopulisten 27,0 Prozent: AfD wird in Sachsen stärkste Kraft

Von dpa

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Teilnehmer einer Demonstration protestieren am 24.09.2017 in Leipzig vor dem Neuen Rathaus mit einem Transparent mit der Aufschrift „Fck AfD“ gegen den Wahlerfolg der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Foto: dpaTeilnehmer einer Demonstration protestieren am 24.09.2017 in Leipzig vor dem Neuen Rathaus mit einem Transparent mit der Aufschrift „Fck AfD“ gegen den Wahlerfolg der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Foto: dpa

Dresden. Sachsen gilt schon seit langem als Hochburg der Rechtspopulisten. Dass die AfD bei der Bundestagswahl sogar die Union auf Platz zwei verweisen könnte, hat aber kaum jemand erwartet.

Die AfD hat bei der Bundestagswahl in Sachsen ihr bundesweit stärkstes Ergebnis eingefahren. Wie die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag in Kamenz mitteilte, wurde sie mit 27,0 Prozent der Stimmen und einem Vorsprung von nur 0,1 Prozentpunkten vor der CDU stärkste Kraft im Land. Zudem sicherte sich die Partei von Landes- und Bundeschefin Frauke Petry drei Direktmandate. (Weiterlesen: Union stärkste Kraft bei Bundestagswahl)

Ein weiteres ihrer bislang 16 gehaltenen Direktmandat musste die CDU an einen Kandidaten der Linken abgeben, die mit 16,1 Prozent das drittbeste Ergebnis einfuhren. Danach folgten die SPD mit 10,5, die FDP mit 8,2 und die Grünen mit 4,6 Prozent der Stimmen.

Für die CDU ein „Schlag ins Gesicht“

Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer wird nicht mehr dem Bundestag angehören. Der 42-Jährige verlor im Wahlkreis Görlitz sein Direktmandat an den AfD-Politiker Tino Chrupalla. Ein Direktmandat sicherte sich auch Petry.

Das dritte Direktticket in den Bundestag für die AfD ging an den Kandidaten Karsten Hilse im Wahlkreis Bautzen I. Zudem holte mit Sören Pellmann in Leipzig erstmals auch ein sächsischer Linker ein Direktmandat. (Weiterlesen: Stärker als gedacht: Das blaue Wunder der AfD)

Für die CDU in Sachsen sei das Ergebnis ein „Schlag ins Gesicht“, sagte der Dresdner Politologe Hans Vorländer. Es werde deutlich, „dass sich die Menschen nicht mehr mit der CDU identifizieren, zumindest nicht mehr wie früher“. Seit Jahrzehnten verliere die Partei. „Die CDU erstarrt ja eigentlich schon seit langer Zeit und weiß nicht, wohin sie sich bewegen soll“, sagte der Professor der TU Dresden.

Petry: „Regierungswechsel für 2021“

Petry sieht im Wahlerfolg der AfD den Ansporn, in den kommenden vier Jahren den „Regierungswechsel für 2021“ vorzubereiten. Im Bundestag werde die AfD die Ideen zur Sprache bringen, „die wir außerparlamentarisch auch schon präsentiert haben (...). Aber sie müssen mehrheitsfähig werden in Deutschland.“

Angesichts der AfD-Wahlerfolge hatten sich am Sonntagabend mehrere hundert Menschen in Leipzig zu einer spontanen Demonstration gegen Rechts versammelt.


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