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20.09.2017, 19:01 Uhr zuletzt aktualisiert vor UN-VERTRAG ZU ATOMWAFFENVERBOT

Nordkorea mahnt: Endzeitwaffen endlich ächten

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Bedrohung Nordkorea: Diese von der nordkoreanischen Regierung am 30.08.2017 verbreitete Aufnahme soll den Start einer ballistischen Mittelstreckenrakete des Typs „Hwasong-12“ in Pjöngjang zeigen. Noch ist allerdings unklar, ob das Land auch in der Lage ist, Atomsprengköpfe auf solche Raketen zu montieren. Foto: dpaBedrohung Nordkorea: Diese von der nordkoreanischen Regierung am 30.08.2017 verbreitete Aufnahme soll den Start einer ballistischen Mittelstreckenrakete des Typs „Hwasong-12“ in Pjöngjang zeigen. Noch ist allerdings unklar, ob das Land auch in der Lage ist, Atomsprengköpfe auf solche Raketen zu montieren. Foto: dpa

Osnabrück. Im Zeichen des Nordkorea-Konflikts hat am Mittwoch am Sitz der UNO in New York die Unterzeichnung des UN-Vertrages über ein Atomwaffenverbot begonnen. Es ist nur ein symbolischer Vertrag, aber gleichwohl ein wichtiger. Ein Kommentar.

Wie alarmierend: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un lässt reihenweise Raketen und Atomsprengköpfe testen. Und US-Präsident Donald Trump droht dem Land im Gegenzug mit vollständiger Vernichtung. Entspannung war gestern. Stattdessen geht es zu wie in den dunkelsten Stunden des Kalten Kriegs.

In wohltuendem Kontrast dazu steht der Versuch von 122 Staaten, ein Atomwaffenverbot auf den Weg zu bringen. Man mag darüber lächeln, weil die Atommächte nicht mitmachen. Und doch ist es aller Mühen wert, Herstellung, Besitz, Lagerung und Stationierung von Nuklearwaffen zu verbieten. Jeder Weg – und sei er noch so lang und steinig – beginnt mit einem ersten Schritt. Und auch wenn der Vertrag zunächst keine direkten Auswirkungen hat, setzt er ein Zeichen gegen den nuklearen Wahnsinn.

Es ist richtig, dass das Gleichgewicht des Schreckens bislang funktioniert hat. Dem lag stets der Gedanke zugrunde, dass sich niemand traut, das Höllenfeuer zu entfachen, wenn ein ebenso fürchterlicher Gegenschlag droht. Doch was geschieht, wenn Potentaten wie Kim Jong Un die Nerven verlieren?

Endzeitwaffen in den Händen eines Unberechenbaren sollten auch dem Letzten zeigen: Nuklearwaffen müssen geächtet werden. Abrüstung ist das Gebot der Stunde. Und die Atommächte müssen vorangehen.


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