Faktencheck Stimmt es, dass Sanktionen gegen Nordkorea nichts bringen?

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Stimmt es, dass Sanktionen gegen Nordkorea nichts bringen? Der Faktencheck. Foto: Colourbox.de/NOZStimmt es, dass Sanktionen gegen Nordkorea nichts bringen? Der Faktencheck. Foto: Colourbox.de/NOZ

Osnabrück. Sieben Sanktionsrunden der Vereinten Nationen haben Nordkorea in den vergangenen Jahren nicht von seinem Atomkurs abgebracht. Aber stimmt es, dass Sanktionen überhaupt nichts bringen? Ein Faktencheck

Das Ziel, der Regierung in Pjöngjang die finanziellen Grundlagen für ihre Atomprogramme zu entziehen, ist gescheitert. Experten und zahlreiche Politiker halten Sanktionen daher für wirkungslos. Am drastischsten drückt das der russische Präsident Wladimir Putin aus, der laut Agentur Tass über die nordkoreanische Führung sagt: „Sie werden eher Gras fressen, als das Atomprogramm aufzugeben, solange sie sich nicht sicher fühlen.“ Putin spielt darauf an, dass Machthaber Kim Jong Un einfach der Bevölkerung Ressourcen wie Öl oder Benzin wegnimmt und sie laut Menschenrechtsorganisationen systematisch aushungert.

Nordkorea hat Verbündete

Zudem ist Nordkorea keineswegs isoliert und kann die Sanktionen umgehen. So stammt Nordkoreas Atomwissen wohl aus Pakistan. Der Export seiner Raketentechnologie ist für das Regime eine bedeutende Einnahmequelle. China ist nach wie vor der wichtigste Handelspartner und wirtschaftliche Hauptverbündete des Landes. So kauft China Güter, die dem Embargo unterliegen, und gibt sie an Nordkorea weiter, manchmal übernehmen auch Strohmänner die Geldgeschäfte. Denn China sieht in Nordkorea einen Pufferstaat zu dem mit den USA verbündeten Südkorea. Außerdem fürchtet China ebenso wie Russland einen Kollaps des Kim-Regimes, weil dann Flüchtlingsströme und politisches Chaos in der Region drohen.

Sanktionen haben aber eine wichtige Funktion

Dennoch sind Sanktionen nicht völlig umsonst. Sie sind Teil der Diplomatie und mindestens ein wichtiges Symbol. Sanktionen können politische Gespräche beschleunigen - allerdings braucht man einen langen Atem. Das Beispiel Iran hat gezeigt, dass die Weltgemeinschaft auch dank Sanktionen das Regime zum Einlenken brachte. Der Iran hält sich bis heute an den Vertrag über die friedliche Nutzung von Atomenergie.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN