Umfrage vor Bundestagswahl Minderjährige bei der Bundeswehr: Kinderhilfswerk fragt Parteien

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Viele Bundeswehr-Rekruten sind zu Beginn ihrer Dienstzeit noch keine 18 Jahre alt. Foto: dpaViele Bundeswehr-Rekruten sind zu Beginn ihrer Dienstzeit noch keine 18 Jahre alt. Foto: dpa

Osnabrück. Das Kinderhilfswerk terre des hommes (tdh) hofft darauf, dass Kinderrechte nach der Bundestagswahl in Deutschland weiter gestärkt werden.

Dazu befragte tdh alle Parteien, die eine realistische Chance haben, in den nächsten Bundestag einzuziehen. Bis auf die AfD antworteten alle. Gefragt wurde nach den Plänen zur Umsetzung von Kinderrechten und UN-Nachhaltigkeitszielen, aber auch zur Ausbeutung von Kindern in Deutschland, zum Umgang mit Flüchtlingskindern sowie zu Waffenexporten und der Rekrutierung von Minderjährigen in die Bundeswehr.

Der Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz scheine nichts mehr im Wege zu stehen, erklärte terre des hommes. Denn CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke wollten sich dafür einsetzen. Nur die FDP sehe keine Notwendigkeit. Bei der Verschärfung der Waffenexportpolitik, für die sich terre des hommes derzeit mit der Kampagne „Stoppt Waffenexporte“ einsetzt, sehen SPD, Grüne, Linke und FDP in unterschiedlicher Ausprägung Handlungsbedarf.

Chancen zeichneten sich auch für die terre-des-hommes-Forderung ab, die Rekrutierung von Minderjährigen in die Bundeswehr zu beenden. SPD, Grüne und Linke wollen sich demnach dafür einsetzen.

„Es gibt mit einer neuen Regierung eine reale Chance, die Verwirklichung von Kinderrechten voranzubringen“, erklärte Jörg Angerstein, Vorstandssprecher von terre des hommes. “Voraussetzung ist allerdings, dass die Parteien nach der Wahl ihre Pläne und Versprechungen auch wirklich angehen und umsetzen und Kinderrechte nicht als Dispositionsmasse bei Koalitionsverhandlungen geopfert werden.“


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