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04.09.2017, 20:29 Uhr KOMMENTAR NORDKOREA

Kim Jong Un: Ein unberechenbarer Diktator

Kommentar von Michael Clasen

Aufrüstungsspirale: Als Reaktion auf den jüngsten Atomtest Nordkoreas hat Südkorea Raketen gestartet. Bei der Übung hätten eine Boden-Boden-Rakete und eine Langstrecken-Luft-Boden-Rakete genau die vorgesehenen Ziele im Japanischen Meer getroffen, teilte der Generalstab mit. Foto: dpaAufrüstungsspirale: Als Reaktion auf den jüngsten Atomtest Nordkoreas hat Südkorea Raketen gestartet. Bei der Übung hätten eine Boden-Boden-Rakete und eine Langstrecken-Luft-Boden-Rakete genau die vorgesehenen Ziele im Japanischen Meer getroffen, teilte der Generalstab mit. Foto: dpa

Osnabrück. Die USA wollen nach Nordkoreas jüngstem Atomtest in nur einer Woche verschärfte UN-Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang durchdrücken. Dass sich der Diktator davon beeindrucken lässt, ist unwahrscheinlich. Ein Kommentar.

Es ist keine angenehme Vorstellung, dass in Pjöngjang ein Diktator mit Atombomben und dem Schicksal Abermillionen Menschen Poker spielt. Dies könnte in einem Nuklearkrieg enden, den die Welt hoffentlich niemals erleben muss. Das einzig Beruhigende an dem realen Wahnsinn ist die Tatsache, dass die Kriegsrhetorik Nordkoreas alt ist. Kim Jong Un führt letztlich die rote Schreckensherrschaft seines Vaters und Großvaters fort.

Um den eigenen Machtapparat zu erhalten, kennt er keine Skrupel. Im Innern setzt er auf Säuberungswellen und Arbeitslager. Nach außen sichert Kim Jong Un seine Diktatur durch Aufrüstung und Drohungen ab. Die zahlreichen, aber letztlich unwirksamen Sanktionen der Vereinten Nationen hindern ihn nicht daran.

Nordkorea verfügt längst über Massenvernichtungswaffen

Nordkorea verfügt längst über Massenvernichtungswaffen. Neu ist, dass das Land Fortschritte bei der Entwicklung von Langstreckenraketen und Wasserstoffbomben macht. Damit rücken die USA ins Visier. China hat noch den größten Einfluss auf Pjöngjang. Aber Kim Jong Un springt sicherlich nicht auf, wenn Peking pfeift. Das tat schon sein Vater nicht, weil klar ist, dass China im Zweifel zu seinem Verbündeten hält. Was vorerst bleibt, ist die Abschreckungspolitik der USA. Die Südkoreaner wissen dies zu schätzen.


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