Bundeswehr-Vorfall in Munster Kollaps von Soldaten: Untersuchungsbericht findet keinen klaren Grund

Von Marion Trimborn

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert Aufklärung im Fall des verstorbenen Soldaten in Munster. Foto: dpaVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert Aufklärung im Fall des verstorbenen Soldaten in Munster. Foto: dpa

Osnabrück. Im Juli brach ein Bundeswehrsoldat im niedersächsischen Ausbildungszentrum Munster nach einem Fußmarsch zusammen und starb zehn Tage später. Auch mehrere Kameraden kollabierten. Der Untersuchungsbericht der Bundeswehr hat nach Worten von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) keinen klaren und gemeinsamen Grund gefunden.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion bezog sich die Ministerin auf den „Vorläufigen Bericht des Kommandos Heer“. Darin wird der Tod des Offiziersanwärters sowie der Zusammenbruch mehrerer weiterer Soldaten am 19. Juli untersucht. Von der Leyen sagte: „Bisher zeichnet sich in dem vorliegenden Bericht trotz einiger beanstandeter Verhaltensweisen und widriger Umständen keine klare singuläre Ursache ab, die für sich gesehen den Todesfall oder gar das tragische Gesamtgeschehen des Tages erklären könnte.“ (Weiterlesen: Warum es keine Truppenaufstockung in Afghanistan geben soll)

Noch keine abschließenden Ergebnisse

Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, zumal auch die Staatsanwaltschaft eigene Ermittlungen führe und immer noch neue Hinweise zur Kenntnis gelangten. Von der Leyen sagte: „Das sorgfältige und akribische Vorgehen der Untersuchungsgruppe in Verantwortung von Heer und Sanität verdient hohe Anerkennung.“ Für die gesamte Bundeswehr sei es wichtig, „dass wir die Ursachen genau analysieren und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen, um das Risiko einer Wiederholung des tragischen Geschehens in Zukunft vermindern.“

Von der Leyen zeigte sich betroffen

Die Ministerin sprach ihre Anteilnahme aus. Sie sagte: „Ich bin sehr betroffen von dem Geschehen an diesem Ausbildungstag in Munster. Meine Gedanken sind sowohl bei dem verstorbenen Soldaten und seinen Angehörigen, aber auch bei allen anderen Betroffenen, die Hitzschläge erlitten haben und zum Teil noch hart mit den gesundheitlichen Folgen ringen.“ Das gleiche gelte für die beteiligten Ausbilder und Vorgesetzten, „die schwer an den Geschehnissen tragen“. Die Spitzen von Heer und Sanität hätten in den vergangenen Wochen enorme Anstrengungen unternommen, das Geschehen umfassend aufzuklären.

Bundestag berät

Der Untersuchungsbericht dient der Vorbereitung des Verteidigungsausschusses im Bundestag, der am 5. September bei einer Sondersitzung über dieses Thema beraten wird.

Nach Bundeswehrangaben passierten die Vorfälle bei einer Übung im Gelände an einem warmen Sommertag mit 28 Grad.