Auslandseinsatz Von der Leyen: Keine Truppenaufstockung in Afghanistan

Von Marion Trimborn

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Truppen in Afghanistan nicht aufstocken. Foto: dpaVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Truppen in Afghanistan nicht aufstocken. Foto: dpa

Osnabrück. Auch wenn die USA sich in Afghanistan stärker militärisch engagieren wollen: An der deutschen Truppenstärke deutschen Einsatz wird sich nach Worten von Verteidigungsministerin von der Leyen nichts ändern.

Trotz der angekündigten Aufstockung der US-Militärpräsenz in Afghanistan wird sich der deutsche Einsatz dort nicht verändern. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: „Wir haben im letzen Jahr um 18 Prozent aufgestockt, als andere Bündnispartner die Truppenstärke reduziert haben. Deshalb sehen wir uns auch nicht in der ersten Reihe derer, an die die Forderung geht, das Engagement erneut zu erhöhen.“

Von der Leyen betonte: „Wir haben ein klares Mandat.“ Der Einsatz werde so weitergeführt wie bisher. Die Ministerin unterstrich zugleich die Bedeutung des Auslandseinsatzes in Afghanistan: „Wenn man den Einsatz in Relation zu der Frage setzt, ob wir dieses Land dem Terror und dem IS und seinen Verwüstungen anheim geben, dann ist der Einsatz richtig und gerechtfertigt.“

Lob für den Kurs der USA

Die Entscheidung der USA gehe „in die richtige Richtung“: „Erfreulich ist, dass Donald Trump den bestehenden Ansatz der NATO bestätigt.“ Der US-Präsident lege mehr Wert auf den wirtschaftlichen Fortschritt im Land, und dass diplomatische Bemühungen nicht getrennt werden können vom militärischen Engagement. „Wichtig ist als zweites, dass Donald Trump eingeräumt hat, dass es richtig ist, lageabhängig zu entscheiden sowie Form und Dauer der Unterstützung nicht von äußeren Terminen wie Wahlen abhängig zu machen“ , sagte die Ministerin. „Und drittens, dass Afghanen selbst mehr Verantwortung für den Versöhnungsprozess übernehmen müssen.“ Dies schließe mögliche Verhandlungen der afghanischen Regierung mit moderaten Kräften der Taliban nicht aus.

Kritik von Taliban

Die Präsenz ausländischer Truppen in Afghanistan ist nach Meinung von Taliban-Anführer Mullah Haibatullah Achundsada ein Haupthindernis für Frieden im Land. Die Taliban strebten eine friedliche Lösung im Afghanistan-Konflikt an, sagte der Taliban-Chef am Donnerstag. Dafür müsse die Besatzung enden. Die neue Afghanistanstrategie von US-Präsident Donald Trump sieht ein stärkeres militärisches Engagement in dem Land vor. Die Taliban drohten daraufhin Trump, Afghanistan in einen Friedhof für US-Soldaten zu verwandeln.

Aus Deutschland sind fast tausend Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert. Die Sicherheitslage am Hindukusch ist alles andere als stabil. Immer wieder verüben Terroristen Anschläge. Zuletzt war die Frage diskutiert worden, ob die Bundeswehr in nächster Zeit abgezogen werden sollte. Von der Leyen hatte sich dagegen ausgesprochen.