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24.08.2017, 18:22 Uhr KOMMENTAR ZUR INTEGRATION

Und der Islam gehört doch zu Deutschland

Kommentar von Thomas Ludwig

Mit Bildung fängt alle Integration an: Eine türkische Frau schreibt im Schulungsraum einer interkulturellen Frauenbegegnungsstätte in Hamburg an die Tafel. Foto: Patrick Lux/dpaMit Bildung fängt alle Integration an: Eine türkische Frau schreibt im Schulungsraum einer interkulturellen Frauenbegegnungsstätte in Hamburg an die Tafel. Foto: Patrick Lux/dpa

Osnabrück. Die Integration von Muslimen in Deutschland ist im europäischen Vergleich auf einem guten Weg. Die zweite Generation kommt in der Mitte der Gesellschaft an. Das ist aber kein Blankoscheck für die Zukunft. Integration ist kein Selbstläufer.

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ – das mag die AfD noch so oft und lautstark betonen, richtiger wird der Kampf-Slogan dadurch nicht. Fakt ist doch: An die 4,7 Millionen Muslime leben in Deutschland und sind nicht mehr wegzudenken aus dme Land. Um so besser, dass ihre Integration in den Arbeitsmarkt glückt, wie es eine Bertelsmann Studie nun festgestellt hat.

Integration ist kein Selbstläufer

Damit ist natürlich nicht alles gut. Die Herausforderung geht weiter. Integration ist ken Selbstläufer und sicher nicht einfach nebenbei zu haben; vor allem nicht angesichts der Einwanderungszahlen der vergangenen zwei Jahre. Die sozial-kulturellen Umstände, beeinflusst von ethnischer Zugehörigkeit, Tradition, Religion und Familienbild machen es vielen Muslimen nicht leicht, sich mit unserer liberalen Gesellschaft zu identifizieren. Sie kommen aber nicht darum herum. Der Wille zur Integration muss nicht bis zur Selbstverleugnung gehen. Die Mindestvoraussetzung ist aber, das Recht zu achten, Trennung von Staat und Religion zu respektieren sowie den Wertekanon des westlichen Zusammenlebens zu tolerieren.

Deutschland ist ein offenes Land

Deutschland ist ein offenes Land. Nur jeder fünfte Bürger möchte keine Muslime als Nachbarn. Das heißt, AfD aufgepasst: Vier von fünf haben nichts dagegen.

Menschen werden nicht als Demokraten geboren, sie werden zu Demokraten gemacht. Das ist die Aufgabe einer jeden Generation. Mindestvoraussetzung ist die soziale und ökonomische Teilhabe zugewanderter Bürger. Wenn das glückt, glückt auch die Integration - zumindest bei denen, die sich integrieren wollen. Die das nicht wollen, sollten ihr Glück anderswo suchen.


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