Bundeswehr-Skandal Wehrbeauftragter: Truppe braucht mehr Zeit für Menschenführung

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Osnabrück. Neue rechtsextremistische Vorwürfe haben die Bundeswehr wieder in die Schlagzeilen gebracht. Als Reaktion darauf fordert der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels mehr Zeit für Erziehung und Dienstaufsicht in der Truppe.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte Bartels: „Wir brauchen in bestimmten Truppenteilen, gerade bei den Kampftruppen, mehr Zeit für Menschenführung.“ Die Vorgesetzten müssten in diesen Bereichen von bürokratischen Arbeiten - wie etwa den permanenten Meldungen über Ausrüstung und Personal - entlastet werden. Der SPD-Politiker forderte: „Die Vorgesetzten brauchen mehr Zeit für das Wesentliche. Dann können sie die Soldaten auch besser historisch und politisch bilden und gegen falsche Nazi-Vorbilder immunisieren. So ist Innere Führung gemeint.“ Besonderes Augenmerk erforderten Truppenteile, die sich auf extreme Bedingungen im Einsatz vorbereiten und wo es „um Härte und Kampf“ gehe.

Schweinskopfwerfen und Hitlergruß

Die Staatsanwaltschaft Tübingen hatte Ermittlungen wegen angeblicher rechtsextremistischer Handlungen beim Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr eingeleitet. Bei einer Abschiedsfeier für einen Kompaniechef der Elitetruppe KSK sollen nach Medienberichten am 27. April 2017 mehrere Soldaten den Hitlergruß gezeigt haben und unter anderem ein Schweinskopfwerfen veranstaltet worden sein. Bartels nannte dies „eine mindestens geschmacklose Feier“.

Neue Bundeswehr-Tradition

Bartels forderte zudem, dass der Bundestag bei der geplanten Überprüfung und Neuausrichtung der Bundeswehr-Traditionen einbezogen wird. „Diese Debatte muss auch mit dem Verteidigungsausschuss geführt werden, damit verschiedene politische Erfahrungen und Sichtweisen einfließen“, forderte der Wehrbeauftragte. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Richtlinien überarbeiten.


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