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15.08.2017, 20:43 Uhr zuletzt aktualisiert vor KOMMENTAR ZU AIR BERLIN

Nicht auch noch Steuergeld verbrennen

Kommentar von Michael Clasen

Pleite: Die Fluggesellschaft Air Berlin hat Insolvenzantrag gestellt. Foto: dpaPleite: Die Fluggesellschaft Air Berlin hat Insolvenzantrag gestellt. Foto: dpa

Osnabrück. Air Berlin ist wie ein Flugzeug über dem Ozean, dem das Kerosin ausgeht. Der Absturz ist absehbar. Nachdem Hauptaktionär Etihad Airways den Geldhahn zugedreht hat, war die Insolvenz programmiert.

Die Aktie stand 2007 noch bei 20 Euro. Jetzt bewegt sie sich im Cent-Bereich. Wie konnte es zu diesem Sturzflug kommen? Ein Grund lag im Höhenflug, den Joachim Hunold seiner Air Berlin verordnet hatte.

Vom kleinen Mallorca-Zubringer baute Firmenchef Hunold das Unternehmen in kurzer Zeit zur zweitgrößten deutschen Fluglinie aus. Allerdings wurde die Expansion auf Pump finanziert.

Viele Blender unterwegs

Zudem drängten Billig-Fluglinien wie Ryanair auf den Markt. Auch auf den Fernstrecken konnte Air Berlin nie Fuß fassen. Da waren viele Blender am Werk, darunter Hartmut Mehdorn, der nach seinem Air-Berlin-Engagement Chef des Flughafens Berlin Brandenburg wurde. Noch so eine Pleiten-Geschichte. Dass die Scheichs aus Abu Dhabi erst jetzt die Geduld verloren haben, ist das eigentlich Überraschende. Sie dürften mehr als eine Milliarde Euro bei Air Berlin versenkt haben. Lufthansa kann jetzt lukrative Teile der Fluglinie übernehmen. Der Rest gehört abgewickelt.

Wichtig ist, dass sich die Bundesparteien im Wahlkampffieber davor hüten, wegen der rund 8000 Arbeitsplätze vermeintliche Rettungspakete auflegen zu wollen. Der Überbrückungskredit in Höhe von 150 Millionen Euro des Bundes ist bereits zu viel des Guten.


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