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10.08.2017, 16:49 Uhr zuletzt aktualisiert vor KOMMENTAR

Gabriel zu Besuch im Südsudan: Effektiv handeln, langfristig denken

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Händeschütteln mit einem Hauptakteur des Konflikts im Südsudan: Sigmar Gabriel (SPD, links) und der Präsident der Republik Südsudan, Salva Kiir (rechts). Im Mittelpunkt der Afrika-Reise des Außenministers steht die Flüchtlingspolitik. Foto: dpaHändeschütteln mit einem Hauptakteur des Konflikts im Südsudan: Sigmar Gabriel (SPD, links) und der Präsident der Republik Südsudan, Salva Kiir (rechts). Im Mittelpunkt der Afrika-Reise des Außenministers steht die Flüchtlingspolitik. Foto: dpa

Osnabrück. Außenminister Sigmar Gabriel ist zu Besuch im bürgerkriegsgeschüttelten Südsudan. Sein Besuch ist eine gute, wenn auch späte Geste. Doch die Lage in dem Krisenstaat ist verfahren, und Millionen Menschen sind bereits auf der Flucht vor Hunger und Gewalt.

Außenminister Sigmar Gabriel ist zu Besuch im Südsudan. Eine lobenswerte Reise, denn das Land ist zermürbt von Gewalt, Dürre, Hunger und Krankheiten. Die Menschen fliehen, vor allem in die überforderten Nachbarstaaten, zunehmend auch gen Europa. Gabriels Besuch rückt die verzweifelte Lage der Menschen nun wieder verstärkt in den Fokus –eine wichtige Geste. Auch seine Forderung nach stärkeren Bemühungen um Frieden im jüngsten Staat der Welt ist angemessen. Doch der Konflikt scheint so festgefahren, dass sie vermutlich wenig ausrichten wird.

Besonders perfide: Eigentlich ist der Südsudan reich, denn er besitzt Erdöl. Doch seit die Kämpfe zwischen Anhängern des Präsidenten Salva Kiir und denen seines Ex-Vizes Riek Machar ausgebrochen sind, wird kaum mehr Öl gefördert. Und das wenige, das fließt, bringt nichts ein. Das liegt einerseits am Nachbarland Sudan, das für die Durchleitung Richtung Meer horrende Gebühren verlangt. Hinzu kommt der Preisverfall beim Öl.

Angesichts der fatalen Lage drängt sich die Frage auf: Soll der Westen sich überhaupt engagieren? Ja, das sollte er. Menschen, die hungern und Angst haben, fliehen. Wer diese Spirale stoppen will, muss effektiv handeln und langfristig denken. Gelingt es, in Afrikas Krisenstaaten Perspektiven zu schaffen, profitiert davon am Ende auch Europa – und damit Deutschland.


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