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31.07.2017, 18:48 Uhr zuletzt aktualisiert vor SANKTIONEN

US-Strafen gegen Russland: Politischer Dilettantismus

Kommentar von Marion Trimborn

Die Beziehungen zwischen US-Präsident Donald Trump (r) und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sind auf einem Tiefpunkt angelangt. Foto: dpaDie Beziehungen zwischen US-Präsident Donald Trump (r) und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sind auf einem Tiefpunkt angelangt. Foto: dpa

Osnabrück. Sanktionen, ausgewiesene Diplomaten und ein drohender Handelskrieg - die USA bringen mit ihren Strafmaßnahmen gegen Russland nicht nur Moskau gegen sich auf. Als Kollateralschäden stoßen sie auch die Verbündeten in Berlin und Brüssel vor den Kopf. Ein Kommentar

So viel Russland-Hysterie und politischer Dilettantismus herrschten in den USA schon lange nicht mehr. Ohne Rücksicht auf Verluste beschließt da der Kongress Sanktionen gegen Russland, die ihr Ziel, Präsident Putin zu schwächen und das Land wirtschaftlich in die Knie zu zwingen, garantiert nicht erreichen. Das haben bisherige Strafmaßnahmen ja auch nicht geschafft.

Stattdessen stürzt das Verhältnis der beiden Großmächte auf einen eisigen Tiefpunkt. Ganz nebenbei stoßen die Amerikaner ihre lieben europäischen Freunde in einer Art vor den Kopf, wie man es selten erlebt hat. Denn auch deutsche Firmen, die im russischen Energiesektor investieren, können bestraft werden. Ganz nebenbei würden US-Firmen mit Freude ihr eigenes Fracking-Gas - natürlich zu viel höheren Preisen - an die Europäer verkaufen. Fakt ist: Unter dem Deckmantel der Sanktionen betreiben die USA Industriepolitik und nehmen sogar einen Handelskrieg in Kauf. America first eben.

Die USA unter Trump kennen die Sprache der Diplomatie nicht mehr, sondern nur noch das Recht des Stärkeren. Ob Präsident Trump die Sanktionen noch verhindert? Sicher nicht. Er würde dadurch nur den Verdacht schüren, selbst irgendwie mit Putin unter einer Decke zu stecken.


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