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30.07.2017, 16:32 Uhr zuletzt aktualisiert vor KOMMENTAR

Von der Leyen: Zwischen Inszenierung und Bedrängnis

Kommentar von Marion Trimborn

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) beim Trauergottesdienst der Bundeswehr  in Gao im afrikanischen Mali. Foto: dpaBundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) beim Trauergottesdienst der Bundeswehr in Gao im afrikanischen Mali. Foto: dpa

Osnabrück. Zwei Bundeswehrsoldaten sind in Mali beim Absturz eines Kampfhubschraubers gestorben. Der Verlust wiegt schwer. Ministerin von der Leyen besucht die Soldaten, um den verstorbenen Kameraden zu gedenken. Der Vorfall bringt die Ministerin in Bedrängnis. Ein Kommentar

Die Ministerin mit schwarzem Trauerschal in der Wüste - Ursula von der Leyen weiß, wie sie nach dem Tod von zwei Soldaten in Mali öffentlichkeitswirksame Bilder erzeugen kann. Doch sie muss sich nach dem Absturz des Tiger-Hubschraubers Fragen stellen lassen. Wenn die Ursache wirklich technisches Versagen war, bringt das die Ministerin in Bedrängnis. Der Tiger gilt schon lange als höchst anfällig.

So kann der Hubschrauber in Mali nur in den Morgen- und Abendstunden eingesetzt werden, weil er für die Hitze nicht ausgelegt ist. Zudem gibt es nur 18 Piloten für den Kampfhubschrauber, die zudem nicht die erforderlichen Übungsstunden absolvieren können. Wie kann das sein?

Auch die Lieferschwierigkeiten beim Transportflugzeug A 400 M sind immer noch nicht gelöst. Dabei wollte „Panzer-Uschi“ doch als Neue im Amt die Ausrüstung der als Pannenarmee verhöhnten Bundeswehr verbessern. Aber nach wie vor sind viele Waffensysteme nicht einsatzbereit und defekt, weil Ersatzteile und Personal fehlen.

In der Bundeswehr schrumpft der Rückhalt für die Ministerin kontinuierlich. Vor allem, seit sie der Truppe im Zusammenhang mit dem rechtsextremen Offizier Franco A. pauschal ein Haltungsproblem vorwarf. Dass die Stimmung schlecht ist, zeigt sich daran, dass der Wehrbeauftragte zuletzt so viele Klagen und Vorgänge wie seit 1959 nicht mehr bekam.

Politisch gesehen war von der Leyen im Verteidigungsministerium angetreten, um zu beweisen, dass sie für Höheres taugt. Bisher bekommt sie die Kernprobleme aber nicht in den Griff, vieles dient der Selbstprofilierung. Ob das reicht, um eines Tages Kanzlerin zu werden?


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