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20.07.2017, 19:15 Uhr zuletzt aktualisiert vor US-POLITIK

Trump und sein Justizminister: Die Russland-Hysterie

Kommentar von Marion Trimborn

US-Präsident Donald Trump bricht wegen der Russland-Affäre mit seinem Justizminister Jeff Sessions. Foto: AFPUS-Präsident Donald Trump bricht wegen der Russland-Affäre mit seinem Justizminister Jeff Sessions. Foto: AFP

Osnabrück. Mal wieder ist ein Politiker bei Donald Trump in Ungnade gefallen: Sein loyaler Justizminister Jeff Sessions. Der Grund ist die Russland-Affäre. Der US-Präsident agiert in dieser Affäre unfassbar ungeschickt, das könnte ihn sein Amt kosten. Doch sind die Tatsachen wirkliche ein Skandal? Ein Kommentar.

Um es gleich zu sagen: Ja, Donald Trump macht viel falsch. In der Russland-Affäre agiert der selbstherrliche US-Präsident mehr als ungeschickt. Dass er FBI-Chef Comey rauswarf, hat den Verdacht genährt, dass Trump etwas zu verbergen hat. Diese Aktion war mehr als dumm. Seitdem ist ein Sonderermittler im Amt und „The Donald“ steht im Ruch, die Justiz zu behindern. Sein ungeschicktes Agieren könnte den US-Präsidenten eines Tages zu Recht das Amt kosten. Nun legt er nach, indem er seinen loyalen Justizminister Jeff Sessions nach Gutsherrenart herunterputzt.

Doch davon mal abgesehen: Das harsche Trump-Bashing ausgerechnet beim Thema Russland bleibt unverständlich. Da grenzt die in Washingtoner Kreisen verbreitete Russland-Phobie schon an Hysterie. Die Fakten sind: Im Wahlkampf hat Trumps Team Kontakte zu russischen Vertretern gesucht, wohl auch über Wahlkampfhilfe gesprochen. Ob es die gab, ist aber völlig offen. Sind diese Gespräche wirklich ein Skandal? Im schmutzigen US-Wahlkampf haben beide Teams, auch das von Hillary Clinton, Informationen gesammelt, um dem Kontrahenten zu schaden.

Und nun die Berichte über ein angebliches, geheimgehaltenes Zweit-Treffen von Trump mit dem russischen Präsidenten Putin beim G20-Gipfel. Natürlich müssen die Präsidenten der beiden Weltmächte Russland und USA miteinander reden - was sonst. Wo ist das Problem? Früher nannte man das Entspannungspolitik.


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