Fraktionsbeschluss Grüne wollen Tierschutz reformieren

Von Dirk Fisser

Die grüne Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt sagt: „Die industrielle Massentierhaltung ist ein Auslaufmodell.“ Foto: dpaDie grüne Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt sagt: „Die industrielle Massentierhaltung ist ein Auslaufmodell.“ Foto: dpa

Osnabrück. Die Grünen im Bundestag wollen den Tierschutz in Deutschland grundsätzlich reformieren. Das geht aus einem Fraktionsbeschluss hervor, der unserer Redaktion vorliegt. Es geht um Verbandsklagerecht und Massentierhaltung aber auch um Kastrationspflicht für Katzen.

Laut Beschluss will die Partei ein bundesweites Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen einführen. Dadurch könnten diese die Interessen von Schweinen, Rindern oder Geflügel vor Gericht vertreten. „Tieren wollen wir eine Stimme geben“, sagte Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt unserer Redaktion.

„Massentierhaltung ist Auslaufmodell“

Gesetzlich sollen zudem Haltungsvorgaben für Tiere in Ställen klar definiert werden und die Haltungsbedingungen dann analog zu der Eier-Kennzeichnung auch auf der Fleischverpackung zu erkennen sein. „Die industrielle Massentierhaltung ist ein Auslaufmodell. Statt öden Ställen und zu wenig Platz brauchen Tiere Auslauf“, skizzierte Göring-Eckardt die Vorstellungen der Grünen.

Aus für Wildtierhaltung im Zirkus

Die Partei will sich aber nicht nur um Nutztiere in der Landwirtschaft kümmern. Die tierschutzpolitische Sprecherin Nicole Maisch sagte: „Giraffe oder Nashörner haben in einem Zirkus nichts zu suchen.“ Es sei nicht möglich, sie hier artgerecht zu halten. „Wildtiere gehören in die Freiheit, nicht ins Zirkuszelt“, stellte Maisch die Position ihrer Partei klar. Zudem wollen die Grünen die Delfinhaltung in Deutschland beenden – derzeit ist das noch im Tierpark Nürnberg und im Zoo Duisburg der Fall.

Nicole Maisch, tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Foto: dpa

Kastrationspflicht für Katzen

Darüber hinaus soll auch die Zucht von Nacktkatzen oder Hunden mit Atemwegsproblemen aufgrund verkürzter Schnauzen gestoppt werden. „Abstrusen Zuchtmodellen, die den Tieren Qualen und Leiden verursachen, sagen wir den Kampf an.“ Um Tierheime zu entlasten, sieht der Fraktionsbeschluss eine Kastration von geschlechtsreifen freilaufenden Katzen vor. Zudem sollen Hunde und Katzen gekennzeichnet und registriert werden, damit die Besitzer leichter ausfindig gemacht werden können.