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27.06.2017, 18:17 Uhr zuletzt aktualisiert vor URTEIL DES OBERSTEN GERICHTS

Trumps Einreiseverbot: Ein Sieg, der keiner ist

Kommentar von Marion Trimborn

US-Präsident Donald Trump verbucht die Gerichtsentscheidung zum Einreiseverbot als Erfolg. Foto: AFPUS-Präsident Donald Trump verbucht die Gerichtsentscheidung zum Einreiseverbot als Erfolg. Foto: AFP

Osnabrück. Es ist der erste richtige Sieg für Donald Trump. Wirklich? Der US-Präsident und seine Anhänger feiern das Einreiseverbot für Muslime. Dabei haben sie einiges wohl nicht so richtig verstanden. Ein Kommentar.

Mit Zwischentönen hält sich ein Donald Trump gar nicht erst auf. Dass der Oberste Gerichtshof seinen Einreisestopp nur in Teilen und nur vorerst freigegeben hat , ist ihm selbstverständlich egal. Der US-Präsident mit dem großen Ego inszeniert sich als Präsident, der zupackt und hält, was er verspricht. Eigentlich ist es aber ganz anders. Sein Wahlkampf-Versprechen, Muslimen die Einreise total zu untersagen, hat der Möchtegern-Macher verfehlt. Die Entscheidung wahrt Trumps Gesicht, das ist aber auch alles.

Das Thema wird dem US-Präsidenten noch eine Menge Ärger bereiten. Denn der Richterspruch lässt vieles im Unklaren. Er dürfte eine Flut an Klagen nach sich ziehen und ein Chaos bei der Einreise auslösen, weil Zollbeamte selbstständig im Einzelfall entscheiden müssen, wen sie passieren lassen und wen nicht.

Und wird Amerika durch Trumps Einreiseverbot wirklich sicherer? Mitnichten. Die meisten Terrorakte in den USA werden von US-Bürgern verübt, die sich radikalisiert haben - und nicht von neuen Einwanderern oder Bürgern aus den sechs besagten Staaten.

„The Donald“ sollte sich fünf Monate nach seinem Amtsantritt lieber darum sorgen, dass er laut Umfragen das Ansehen der USA in der Welt gerade verspielt. Aber auch das ist für ihn sicher wieder nur ein zu vernachlässigender Zwischenton.


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