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25.06.2017, 18:30 Uhr KOMMENTAR ZUM FASTENBRECHEN

Der fremde Islam und seine Instrumentalisierung

Von Dirk Fisser


Feierliches Fastenbrechen zum Abschluss des Ramadan. Hier ein Bild aus einer Delmenhorster Moschee. Foto: dpaFeierliches Fastenbrechen zum Abschluss des Ramadan. Hier ein Bild aus einer Delmenhorster Moschee. Foto: dpa

Osnabrück. Das feierliche Fastenbrechen zum Ende des Ramdan ist wegen der medialen Aufmerksamkeit einer der wenigen Momente, in denen das nicht-muslimische Deutschland Einblicke gewinnt in Religion und Kultur der Muslime. Ein Kommentar.

Das Zusammenleben ist seit Jahrzehnten mehr Nebeneinander als Miteinander. In der Lebenswirklichkeit der meisten Nicht-Muslime in Deutschland spielt der Islam keine Rolle. Einziger Berührungspunkt bleibt häufig der Terror, weil sich Attentäter auf ihn berufen.

Die Instrumentalisierung ist das große Problem des Islams. Und das gilt nicht nur für den Terror. Auch in Demokratien wird die Religion missbraucht. Etwa in der Türkei, wo Präsident Erdogan unter dem Deckmantel des Islam die Zeit zurückdrehen und etwa die Evolutionstheorie aus den Lehrplänen streichen will. Die Religion soll identitätsstiftend für die neue Türkei sein – seine Türkei. Auch westliche Populisten nutzen den Islam für ihre Zwecke. In dem sie Ängste gegen das Fremde schüren, wollen sie den Weg bereiten für ihre reaktionären Vorstellungen einer Gesellschaft. US-Präsident Donald Trump etwa.

Auch im Wahlkampf-Deutschland wird das wieder zu beobachten sein – nicht nur bei der AfD. Ein Vorgeschmack lieferten im Frühjahr die Rufe nach einem „Islam-Gesetz“. Als gebe es eine muslimische Verantwortungsgemeinschaft für das, was im Namen des Islam geschieht. Die gibt es nicht. Aber haften müssen dafür alle Muslime.


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