Kommentar Nicht Trump ist der Versager – die Demokraten sind es

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Schwer erleichtert: Donald Trump gratuliert auf Twitter Karen Handel, die in Georgia eine Nachwahl für die Republikaner gewann. Die Demokraten hatten sich Hoffnung auf eine demonstrative Demütigung des Präsidenten gemacht und scheiterten damit. Screenshot: Burkhard EwertSchwer erleichtert: Donald Trump gratuliert auf Twitter Karen Handel, die in Georgia eine Nachwahl für die Republikaner gewann. Die Demokraten hatten sich Hoffnung auf eine demonstrative Demütigung des Präsidenten gemacht und scheiterten damit. Screenshot: Burkhard Ewert

Bei einer Nachwahl nach der nächsten gelingt es der Partei der Demokraten in den USA trotz des taumelnden Präsidenten Donald Trump nicht, gegen die Republikaner zu gewinnen. Das lehrt drei Dinge. Ein Kommentar.

Donald Trump, der Versager. Der reaktionäre US-Präsident, der Justiz und Medien unter Druck setzt und international den Elefanten gibt. Der Mann kann ja nur abgewatscht werden, nachdem ihn die ersten Monate im Amt als selbstverliebten Dilettanten entlarvt haben.

Oder? Oder eben nicht.

Bei mehreren kleineren Nachwahlen gewannen in den USA zuletzt allesamt die republikanischen Kandidaten und damit Trumps Parteigenossen. Und das, obwohl die konkurrierenden Demokraten alles in die Waagschale geworfen haben, was sie hatten. Allein für eine Kommunalwahl in einem Teilbezirk des Bundesstaats Georgia gaben sie, so heißt es, mehr Werbegelder aus als die SPD im gesamten Bundestagswahlkampf. Ob nun trotz Trump oder wegen Trump – sie sind gescheitert.

Die republikanischen Wahlerfolge bedeuten drei Dinge. Erstens, der Präsident und seine Partei haben in den USA nach wie vor weit mehr Rückhalt, als die Ost- und Westküstenmedien und ihre europäischen Pendants Glauben machen wollen. Zweitens, die Demokraten haben nach ihrem untauglichen Versuch mit Hillary Clinton keine Vision und kein probates Mittel gegen Trump entwickelt, sondern sind nach wie vor kopflos und geschlagen. Ständig auf Trump einzudreschen mobilisiert dessen Wähler, nicht die eigenen.

Drittens wäre auch in der deutschen Beurteilung ein bisschen weniger Schaum vor dem Mund hilfreich. Wer Angela Merkel beispielsweise dazu aufruft, beim G20-Gipfel in Hamburg ein Bündnis 19:1 gegen Trump zu schmieden, will sich mit Ländern wie China und der Türkei, Indonesien und Saudi-Arabien gegen die USA verbünden. Geht’s nicht auch eine Nummer klüger?

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