Ein Bild von Gerd Placke
20.06.2017, 18:21 Uhr KOMMENTAR ZU LEITLINIEN

Autonomes Fahren: Ethik-Kommission gibt Empfehlungen

Ein Kommentar von Gerd Placke


So sieht die Zukunft aus: Ein autonom fahrendes Auto ermöglicht es dem Fahrer, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Foto: dpaSo sieht die Zukunft aus: Ein autonom fahrendes Auto ermöglicht es dem Fahrer, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Foto: dpa

Berlin. Die Ethik-Kommission zum Thema autonomes Fahren hat heute in Berlin ihre Ergebnisse vorgelegt. Sie fordert klare gesetzliche Haftungsregeln, den Schutz menschlichen Lebens als oberste Priorität und warnt vor einer totalen (Daten-)Überwachung der Autofahrer. Dazu ein Kommentar:

Autonomes Fahren wird uns Autofahrer noch lange beschäftigen: Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung. Bei dem Thema geht es nicht nur um unzählige technische Probleme, sondern auch um ethische. Das hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt richtig erkannt.

Die von ihm eingesetzte Kommission hat jetzt den Zeigefinger gehoben und bemerkenswerte Anmerkungen zum Thema gemacht. Ihr Bericht enthält 20 „ethische Regeln“, die als Leitlinien für weniger menschliches Leid gedacht sind. Vorrang bei der Idee des autonomen Fahrens hat die Vermeidung von Unfällen, von Verletzten und Verkehrstoten.

Da kann die technische Entwicklung der kommenden Jahre einiges bringen, nach allem, was jetzt schon vorherzusehen ist.

Aber der Ethik-Kommission geht es nicht nur darum, sondern auch um alle zutiefst menschlichen Fragen, die mit dem Thema zusammenhängen. Und mit ihren Überlegungen weist sie in die richtige Richtung.

Pragmatische Techniker macht sie auf bis jetzt vernachlässigte Bereiche aufmerksam: So dürfe der Bürger nicht die Übersicht über die Nutzung seiner Daten verlieren, warnt das Gremium. Außerdem dürfe es nicht so weit gehen, dass die Technik gefährdete Personen nach Alter und Geschlecht oder anderen Merkmalen aussucht – sinnvolle Bemerkungen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN