Ein Bild von Uwe Westdörp
18.06.2017, 20:35 Uhr WAHLEN IN FRANKREICH

Votum für Macron auch ein Votum für Europa

Kommentar von Uwe Westdörp

Bad in der Menge. Emmanuel Macron am Wahlsonntag in der Nähe von Paris bei einer Gedenkzeremonie für den französischen Widerstand gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Die Veranstaltung in der alten Festungsanlage Mont-Valérien erinnerte an den Widerstandsaufruf von General Charles de Gaulle am 18. Juni 1940. Foto: AFPBad in der Menge. Emmanuel Macron am Wahlsonntag in der Nähe von Paris bei einer Gedenkzeremonie für den französischen Widerstand gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Die Veranstaltung in der alten Festungsanlage Mont-Valérien erinnerte an den Widerstandsaufruf von General Charles de Gaulle am 18. Juni 1940. Foto: AFP

Osnabrück. Weiterer Sieg für Emmanuel Macron. Seine erst vor 14 Monaten gegründete Partei La République en Marche hat die Wahlen zur französischen Nationalversammlung wie erwartet klar gewonnen. Der Triumph des erklärten Europäers Macron ist auch ein Signal für die EU, der mit dem Brexit schwere Zeiten bevorstehen. Ein Kommentar.

Was wird aus Europa? Gelingt ein Neustart? Oder wird es eine weitere Erosion geben? Vom Wahltriumph des Pro-Europäers Emmanuel Macron und dem Beginn der Brexit-Gespräche gehen Signale aus, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten.

Fest steht: Das Votum für Macron ist auch ein Votum für Europa. Ein prosperierendes Frankreich in einem wirtschaftlich starken und sozialen Europa – diesem Ziel ist der junge französische Präsident einen großen Schritt näher gekommen. Als Staatsoberhaupt hat er sowieso schon viel Macht. Durch den starken Rückhalt in der Nationalversammlung gibt es nun auch keine parlamentarischen Hindernisse mehr für seine großen Projekte: die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, die überfällige Rentenreform und die Weiterentwicklung der EU.

Allenfalls den Protest der Straße muss Macron noch fürchten. Die Gewerkschaften in Frankreich sind traditionell stark und streikfreudig. Aber auch das kann der neue Präsident überstehen.

Die Brexit-Verhandlungen sind und bleiben dagegen für jeden erklärten Europäer ein Tiefpunkt. Alle Beteiligten müssen sich auf Belastungen einstellen. Denn der geplante Austritt aus der EU verunsichert Unternehmen und Märkte. Allerdings besteht noch Hoffnung auf einen „weichen Brexit“ und darauf, dass wichtige Brücken nach Großbritannien erhalten bleiben.


Der Artikel zum Kommentar

0 Kommentare