Tag der Verkehrssicherheit Fahrrad-Club fordert Tempo 30 in allen Städten

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Der Fahrrad-Club ADFC fordert Tempo 30 in allen Städten. Foto: dpaDer Fahrrad-Club ADFC fordert Tempo 30 in allen Städten. Foto: dpa

Osnabrück. Allein im vergangenen Jahr kamen in Deutschland fast 400 Radfahrer ums Leben. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert die Einführung von Tempo 30 auf allen Straßen in deutschen Städten. Viele Unfälle würden dann gar nicht erst passieren.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte der Bundesvorsitzende des Verbands, Ulrich Syberg: „Die Erfahrung zeigt, dass es bei Tempo 30 für alle besser geht.“ Bei dieser Geschwindigkeit hätten Verkehrsteilnehmer eine bessere Übersicht über die Fahrbahn und das Umfeld, außerdem sei der Bremsweg wesentlich kürzer. Syberg betonte: „Viele Unfälle würden bei Tempo 30 deshalb gar nicht passieren, und wenn doch, würden sie wesentlich glimpflicher ablaufen.“ Eine niedrigere Geschwindigkeit gebe schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern mehr Sicherheit, sei aber auch gut für Autofahrer. „Denn auch die haben ja keine Lust, einen Unfall zu bauen“, so der Verbandsvorsitzende. Das Umweltbundesamt hatte ein solches Tempolimit als Mittel gegen Luftverschmutzung und Schadstoffe gefordert.

Syberg wandte sich gegen die Auto-Lobby, die häufig damit argumentierte, dass ein Tempo-Limit den Innenstadtverkehr ausbremse. „Die Zeitverluste sind extrem gering, eine Strecke durch die Stadt über fünf Kilometer dauert vielleicht zwei Minuten länger.“ Es gebe keine rationalen Argumente gegen flächendeckendes Tempo 30.

Radwege ausbauen

Um die Sicherheit von Radfahrern in Deutschland zu verbessern, forderte der ADFC -Chef den schnellen Ausbau von Radwegen. „Eine gute Radverkehrs-Infrastruktur, auf der man sicher und zügig vorankommt, ist in Deutschland noch Mangelware“, kritisierte Syberg. Radspuren müssten so breit sein, dass Radler sicher überholen könnten. Außerdem müssten die Kommunen dafür sorgen, dass Radwege nicht als Kurzzeitparkplätze missbraucht werden könnten. „Das führt dazu, dass Radfahrer in den fließenden Verkehr ausweichen müssen und es so zu kritischen Situationen kommt – täglich tausendfach“, bemängelte der Verbandschef. Allein 2016 seien in Deutschland 392 Radfahrer bei Unfällen ums Leben gekommen.

International bewährt hätten sich geschützte Radspuren, die mit Bordsteinen, Pollern oder Betonelementen von der Autofahrbahn abgetrennt würden. „Insgesamt ist ein Mentalitätswandel nötig: Wir können die Herausforderungen der Zukunft, wie den zunehmenden Verkehr in Städten, Luftverschmutzung und Bewegungsmangel nur lösen, wenn das Fahrrad mehr Raum bekommt“, sagte Syberg. „Viele Städte und auch der Bund packen da jetzt an, aber noch zu zögerlich. Da muss in Zukunft noch deutlich mehr passieren.“

Der Verkehrssicherheitstag an diesem Samstag (17. Juni) stellt das Thema Unfallprävention in den Mittelpunkt. Initiator ist der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), ein Verein, der sich für mehr Sicherheit im Straßenverkehr einsetzt.


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