USA-Ausstieg aus Klimaabkommen Deutsche Klimawandel-Skeptiker springen Trump zur Seite

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Nicht allein: Ähnlich wie US-Präsident Donald Trump glauben auch deutsche Klimaskeptiker, dass der Klimawandel nicht durch den Menschen verursacht wird. Foto: dpaNicht allein: Ähnlich wie US-Präsident Donald Trump glauben auch deutsche Klimaskeptiker, dass der Klimawandel nicht durch den Menschen verursacht wird. Foto: dpa

Osnabrück. Mit Spannung blickt die Welt der Entscheidung zum möglichen Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen entgegen. Besonders in Deutschland ist die Kritik an Klimawandel-Skeptiker Trump groß. Es gibt hier aber auch Fürsprecher, die den mutmaßlich von Menschen gemachten Klimawandel anzweifeln.

Eindeutig auf die Seite von Trump stellt sich die AfD. Die Partei begrüßt die Entscheidung des US-Präsidenten und fordert, dass Deutschland nachzieht. In ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2017 steht: „Das Pariser Klimaabkommen vom 12.12.2015 ist zu kündigen. Deutschland soll aus allen staatlichen und privaten ‚Klimaschutz‘-Organisationen austreten und ihnen jede Unterstützung entziehen.“ Weiter heißt es, dass Kohlenstoffdioxid (CO2) kein Schadstoff, sondern „eine unverzichtbare Voraussetzung für alles Leben“ sei.

Im Schweriner Landtag hat der AfD-Abgeordnete Ralf Borschke Ende Januar den weltweiten Klimawandel gar geleugnet: Ein Zusammenhang zwischen Klimawandel und menschlichem Handeln sei eine „Fiktion“ und „Panikmache“.

Vahrenholt: „Erwärmungswirkung von CO2 ist überschätzt“

Als einer der bekanntesten deutschen Klimaskeptiker gilt Fritz Vahrenholt. Der ehemalige RWE-Manager und SPD-Politiker hat 2012 gemeinsam mit dem Geologen Sebastian Lüning das Buch „Die kalte Sonne – Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“ veröffentlicht. Die Kernthese des Buchs lautet, dass nicht der Mensch und Kohlenstoffdioxid entscheidend zur globalen Erwärmung geführt hätten, sondern vor allem Änderungen der Meeresströmungen und der Sonnenaktivität. In der Beschreibung des Buchinhalts heißt es auf seiner Homepage: „Selbst bei steigenden CO2-Emissionen wird die Erwärmung in diesem Jahrhundert 2 Grad Celsius nicht überschreiten. Die Erwärmungswirkung von CO2 ist überschätzt worden. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass Ozeanzyklen und die Sonne, die kürzlich in eine längerfristige strahlungsarme Phase getreten ist, einen größeren Beitrag zum Klimageschehen leisten als bisher angenommen.“

CO2 kein Schadstoff, sondern Lebenselixier

Auch das „Europäische Institut für Klima und Energie“ (EIKE) – ein virtueller Zusammenschluss von Natur, Geistes- und Wirtschaftswissenschaftlern – sieht die Behauptung eines menschengemachten Klimawandels als Schwindel an. Gemeinsam mit seinem Team hat es sich Vizepräsident Michael Limburg zur Aufgabe gemacht, „als ein öffentliches Forum die Klima- und Energiefakten ideologiefrei darzustellen“. Im Grundsatzpapier beschreibt das Institut dabei Kohlenstoffdioxid als Lebenselixier: „CO2 ist Grundbaustein der Photosynthese und damit Voraussetzung allen Lebens unserer Erde. Mit zunehmender CO2-Konzentration wachsen Pflanzen besser: Die Getreide-Erträge im Freiland steigen. Gewächshauskulturen werden zur Ertragssteigerung mit CO2 begast.“ In einem Interview mit der Online-Plattform bento ging Limburg noch einen Schritt weiter: „Jeder, der CO2 ausstößt, müsste noch Geld dazu bekommen“, sagte Limburg Mitte März – und machte damit den Standpunkt seiner Gruppierung deutlich.

Putin als Verbündeter

Über die Grenzen Deutschlands hinaus ist Wladimir Putin Trumps prominentester Fürsprecher, wenn es um den Klimawandel geht. Nach Einschätzung des russischen Präsidenten ist der Klimawandel nicht durch den Menschen verursacht und deshalb auch nicht aufzuhalten. Beim Arktisforum in der nordrussischen Stadt Archangelsk sagte Putin Ende März, dass die Klimaerwärmung bereits in den 1930er Jahren begonnen hätte, als es noch gar keine Treibhausgase gegeben habe. Den Klimawandel zu stoppen sei „unmöglich“. Er hänge zusammen mit „globalen Zyklen auf der Erde oder sogar von planetarischer Bedeutung“. Es komme darauf an, sich der Klimaerwärmung „anzupassen“.


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