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23.05.2017, 18:05 Uhr zuletzt aktualisiert vor HILFSPAKET VERZÖGERT SICH

Griechenland-Krise: Wie wäre es mit der Wahrheit?

Kommentar von Marion Trimborn

Die Griechenland-Krise zieht sich weiter hin.  Foto: dpaDie Griechenland-Krise zieht sich weiter hin. Foto: dpa

Osnabrück. Die Auszahlung weiterer Hilfsmilliarden an das hoch verschuldete Griechenland wird erneut zur Zitterpartie. Die Krise zieht sich hin. Dabei wissen alle Beteiligten: Ohne weiteres Rettungspaket und ohne Schuldennachlass wird Athen nicht mehr auf die Beine kommen. Warum sagt die Bundesregierung nicht die Wahrheit?

Was muss eigentlich noch passieren, damit die Bundesregierung den Bürgern endlich mal reinen (griechischen) Wein einschenkt? Es gibt in der Griechenland-Krise ein paar Wahrheiten, die Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble nicht länger verschweigen können. Beispiele gefällig?

Die Steuerzahler werden von den Griechenland-Krediten nur einen Bruchteil oder gar nichts wiedersehen.

Auf das dritte Rettungspaket, das derzeit läuft, muss ein viertes Rettungspaket folgen, mit Schuldennachlass, vermutlich schon im nächsten Jahr. Denn sonst wäre Griechenland pleite - und den Grexit schließen die Euro-Staaten ja weiter kategorisch aus.

Alle rosigen Prognosen der EU-Kommission zum Anspringen der griechischen Wirtschaft waren und sind utopisch, weil der Aufschwung ausbleibt - ein kleines Plus beim Tourismus genügt nicht.

Griechenland wird sich noch auf Jahre kein Geld am freien Kapitalmarkt beschaffen können.

Auch wenn sich Minister Schäuble vor der Bundestagswahl heftig dagegen sträubt, den Griechen entgegen zu kommen: Ohne wird es nicht gehen. Vor der Wahl 2013 war Schäuble mutiger und kündigte damals ein weiteres Hilfspaket an. Warum nicht diesmal auch?


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