Skandalfotos aus Tiermast Foodwatch fordert EU-Gesetz für Tiergesundheit

Glückliche Tiere? Foodwatch fodert Gesetze für die Gesundheit von Tieren. Foto: dpaGlückliche Tiere? Foodwatch fodert Gesetze für die Gesundheit von Tieren. Foto: dpa

Osnabrück . Verletzte und tote Tiere - das zeigen Aufnahmen aus mehreren Ställen der Tierhaltungshochburg Weser-Ems, die Aktivisten gefilmt haben. Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert europaweite gesetzliche Vorgaben für die Gesundheit von Tieren.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte Foodwatch - Geschäftsführer Martin Rücker: „Wir haben einen fatalen Wettbewerb, der auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird.“ Er fügte hinzu: „Wir brauchen europaweite gesetzliche Regeln für bestmögliche Haltungsbedingungen und verbindliche Zielvorgaben für die Tiergesundheit.“ Dazu müsse etwa gehören, kranke Tiere schnell aus der Herde herauszunehmen, für gute hygienische Bedingungen und ein bestimmtes Klima im Stall zu sorgen. Gut laufende Betriebe sollten dabei die Richtmarke sein.

Der Verbraucherschützer räumte ein: „Das ist ein dickes Brett, das gebohrt werden muss.“

Jedes vierte Produkt kommt von einem kranken Tier

Handel und Industrie drückten derzeit die Preise. Statistisch gesehen komme jedes vierte Tierprodukt von einem kranken Tier. Rücker sagte: „Wir haben ein Systemproblem, die krassen Einzelfälle sind nur die Spitze des Eisberges.“ Als Beispiele nannte der Foodwatch-Chef Gelenkentzündungen, Knochenbrüche bei Hühnern oder Euter-Entzündungen bei Kühen. Rücker forderte: „Es darf künftig kein Tierprodukt mehr in den Handel kommen, das die genannten Bedingungen nicht erfüllt.“

Bilder von kranken und verletzten Tieren

Aktivisten hatten mehrere Kameras in einer großen Hähnchenmastanlage nahe Meppen im Landkreis Emsland versteckt und die Aufnahmen anschließend der Organisation „Animal Equality“ (AE) übergeben. Die veröffentlichte sie auf ihrer Internetseite und spielte sie der RTL-Sendung Stern TV zu. Ein Millionenpublikum sah so am Mittwochabend, wie Mitarbeiter des Großbetriebes mit 224000 Mastplätzen kranke oder verletzte Küken unsachgemäß töten, in einem Fall wird ein Tier totgetreten.


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