Ein Bild von Marion Trimborn
02.05.2017, 18:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor GRIECHENLAND-KRISE

Frische Milliarden für Athen: Rettung ohne Ende

Kommentar von Marion Trimborn

Griechenland erhält neue Hilfsmilliarden von den Geldgebern. Foto: dpaGriechenland erhält neue Hilfsmilliarden von den Geldgebern. Foto: dpa

Osnabrück. Es ist ein Dejà-Vu: Griechenland ist mal wieder gerettet und alles ist gut. Wirklich? Ein Kommentar.

Gut ist es für Kanzlerin Angela Merkel und ihren Finanzminister Wolfgang Schäuble. Die können nämlich das leidige Thema Griechenland aus dem Bundestagswahlkampf heraushalten, der in den kommenden Wochen in die heiße Phase geht. Negativschlagzeilen über unwillige Griechen und verlorene Milliarden der Steuerzahler kämen der Kanzlerin gar nicht recht.

Aber genau darum geht es. Niemand darf so naiv sein zu glauben, dass Griechenland mit den neuen Krediten vor der Pleite bewahrt ist. Das Land sitzt auf Schulden von 300 Milliarden Euro, das ist mehr als vor Beginn der Rettungs-Arie. Sieht so Erfolg aus?

Es war die Kanzlerin, die den Kurs in der Euro-Krise bestimmte. Lange blieb sie untätig, dann kämpfte sie ein Sparpaket nach dem anderen in Europa durch. Das Ergebnis: weite Teile der griechischen Bevölkerung sind verarmt, jetzt werden schon wieder die Renten gekürzt und Steuern erhöht.

Seit Ausbruch der Griechenland-Krise macht die Bundesregierung den Steuerzahlern etwas vor und zögert das Problem hinaus. Der wahre Zahltag liegt noch in weiter Ferne. Selbst der Internationale Währungsfonds IWF fordert einen Schuldenerlass und glaubt nicht, dass Griechenland auf absehbare Zeit wieder auf die Füße kommt. Der Kanzlerin scheint das gleichgültig zu sein. Hauptsache, sie muss am Wahltag im September nicht wegen des Griechenland-Themas den Volkszorn fürchten.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN