Weltweiter „March of Science“ Grüne: Regierung muss für freie Forschung kämpfen

Auch Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator, gehört zu den Demonstranten für die Freiheit von Forschung und Lehre. Foto:dpaAuch Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator, gehört zu den Demonstranten für die Freiheit von Forschung und Lehre. Foto:dpa

Osnabrück. Die Grünen-Bundestagsfraktion hat vor dem weltweiten „March for Science“ (22.4.2017) die Bundesregierung dazu aufgerufen, für die Freiheit der Wissenschaft zu kämpfen.

„Es reicht nicht aus, die weltweit massiven Gängelungen in Forschung und Lehre nur zu beobachten und allenfalls Sorge zu äußern“, sagte Kai Gehring, Wissenschaftsexperte der Grünen, der unserer Redaktion. Nötig sei „aktiver Einsatz“ und „deutlicher diplomatischer wie politischer Druck“ zum Schutz freier Wissenschaft. „Wenn in der EU Haushaltsdefizite sanktioniert werden, dann muss das erst Recht für Demokratieabbau gelten“, forderte Gehring. Der Grünen-Abgeordnete begrüßte, dass in Deutschland Bund und Länder geflüchtete Studierende und gefährdete Wissenschaftler mit Stipendien unterstützen. Damit Deutschland „zum Ankerplatz für Talente“ werden könne, seien aber deutlich mehr Anstrengungen nötig.

Gehring verwies auf das rigorose Vorgehen der Regierungen Polens und Ungarns gegen Wissenschaftseinrichtungen. Auch in der Türkei, in China und Russland, im Iran und Irak oder in Ägypten würden Freizügigkeit und Kooperation von Wissenschaft extrem eingeschränkt. „Immer länger wird die Liste der Länder, in denen Journalisten, Andersgläubige, Andersdenkende sowie Wissenschaftler entlassen, verfolgt, drangsaliert oder eingekerkert werden“, warnte der Parlamentarier mit Blick auf das weltweite Erstarken autoritärer, nationalistischer und rechtspopulistischer Strömungen und Autokratien.

Allein in den USA wollen Zehntausende dagegen beim „March for Science“ auf die Straße gehen. Weltweit sind neben der Hauptdemonstration in Washington mehr als 500 „Satelliten“-Märsche geplant - darunter 20 in Deutschland, unter anderem in Berlin, München, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Dresden, Stuttgart und sogar auf Helgoland.


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