Stimmt‘s eigentlich? „Das Atomabkommen mit dem Iran erfüllt sein Ziel nicht“

„Das Atomabkommen mit dem Iran erfüllt sein Ziel nicht“, moniert US-Außenminister Rex Tillerson. Stimmt das?„Das Atomabkommen mit dem Iran erfüllt sein Ziel nicht“, moniert US-Außenminister Rex Tillerson. Stimmt das?

Osnabrück. US-Außenminister Rex Tillerson hat erklärt, der Iran habe atomare Ambitionen, die in Zukunft zu einer Bedrohung – ähnlich der aktuellen aus Nordkorea – werden könnten. Was ist dran an der Aussage?

Tillerson verurteilt das Atomabkommen von 2015 zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China sowie Deutschland. Ihm zufolge erfüllt der Deal sein Ziel nicht, weil er nicht verhindere, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Dabei hatte der Außenminister einen Tag zuvor noch in einem Brief erklärt, der Iran halte sich an die Bedingungen des Abkommens.

Experten teilen diese Auffassung. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA kontrolliert als unabhängige Instanz den iranischen Atomsektor. Sie berichtet regelmäßig über den Forschungsstand und die Atomaktivitäten im Land. Im aktuellen Bericht vom Februar hält auch die Behörde fest, dass der Iran alle Verpflichtungen und Grenzwerte des Abkommens einhält. Anzeichen für eine nukleare Aufrüstung gebe es nicht: Laut dem Bericht wird Uran nur bis zum vereinbarten Limit angereichert, etwa zum Zwecke medizinischer Behandlung. Brennstoffe würden nicht wiederaufgearbeitet, sodass bombentaugliches Plutonium gewonnen werden könnte. Der Iran zeige sich zudem kooperativ, indem er beispielsweise dem Wunsch nach zusätzlichen Inspekteuren zugestimmt und sie mit Langzeitvisa ausgestattet habe.

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