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11.04.2017, 18:55 Uhr zuletzt aktualisiert vor KOMMENTAR

G7 wollen Assad loswerden: Tillersons heikle Mission in Moskau

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Gute Miene zur heiklen Mission: US-Außenminister Rex Tillerson (Mitte) bei seiner Ankunft in Moskau. Foto: AFPGute Miene zur heiklen Mission: US-Außenminister Rex Tillerson (Mitte) bei seiner Ankunft in Moskau. Foto: AFP

Osnabrück. Die USA und ihre Verbündeten sind sich einig: Baschar al-Assad muss weg. Doch wie könnte der Weg zum Frieden für Syrien ohne den Machthaber aussehen? Und wie kann man Russland überzeugen? Doch US-Außenminister Tillerson, der aktuell Moskau besucht, hat ein Ass im Ärmel.

Die G7 sind sich also einig: Eine Lösung für Syrien kann es nur ohne Baschar al-Assad geben. Damit lehnen sich die Minister weit aus dem Fenster. Zum einen ist nicht bewiesen, wer für die Giftgas-Toten die Verantwortung trägt. Zum anderen ist der Syrienkonflikt kein Wunschkonzert, bei dem man nach Gutdünken Personen austauschen kann. Wer sagt, dass Assad dem Frieden im Weg steht, muss sich fragen lassen: Wie soll er abgelöst werden? Will Trump den Despoten aus Damaskus herausbomben? Auch bleibt ein schaler Beigeschmack: Hat der Westen etwa nur auf eine Chance gewartet, um Assad loswerden zu können?

Nun hängt alles an US-Außenminister Rex Tillerson. Es soll Russland dazu bewegen, von Assad abzurücken. Das Problem: Nicht Assad persönlich gilt Moskaus Unterstützung. Vielmehr treibt den Kreml die Sorge um lukrative Waffengeschäfte. Und um Tartus, den kleinen, in Syrien gelegenen und einzigen Militärstützpunkt Russlands am Mittelmeer. Allein aus geostrategischem Interesse kann der Kreml schwer zurückstecken.

Doch der frühere ExxonMobil-Chef Tillerson hat ein Ass im Ärmel – beziehungsweise am Revers: den Freundschaftsorden von Wladimir Putin. Vielleicht ist das „politische Greenhorn“ genau der Richtige für die Mission?


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